Hälfte der Deutschen sorgt sich um ihre digitale Persönlichkeit – nur ein Viertel um Leib & Leben

Seit 2007 haben die Sicherheitsbedenken der Deutschen deutlich abgenommen – das Phänomen der “German Angst” verschwindet nach und nach.

Wie ticken die Weltbevölkerung, die Europäer und nicht zuletzt die Deutschen in Sachen Sicherheit wirklich? Was macht den Menschen besonders große Sorgen? – Unfall, Krankheit, Wirbelsturm? Oder sind es doch eher Identitätsklau, Cybercrime und Bankdaten-Betrug?

Diesen Fragen ist das amerikanische IT-Beratungsunternehmen Unisys in seinem bereits seit mehreren Jahren erhobenen Unisys Security Index nachgegangen. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse der diesjährigen Studie vorab exklusiv.

Zentrales Ergebnis bei den Bereichen mit den höchsten Sicherheitsbedenken: Fast die Hälfte der Deutschen sorgt sich ernsthaft um ihre digitale Persönlichkeit (48 Prozent) – aber zugleich nur ein Viertel um Leib und Leben (25 Prozent).

Anders ausgedrückt: Die Bedenken um digitalen Datenmissbrauch sind doppelt so hoch wie jene um die persönliche Sicherheit. Mehr noch: Deutschland weist im letzteren Bereich das niedrigste Bedenkenniveau aller betrachteten Staaten auf.

Insgesamt zeigt der in der Studie ermittelte Index gemessen an einer Skala von 0 bis 300 – wobei der Wert 300 höchste Sicherheitsbedenken bedeutet – in diesem Jahr erneut gesunkene Sicherheitsbedenken der deutschen Bürger auf. Mehr noch: 2018 markiert den geringsten Wert seit Start der Erhebung im Jahr 2007.

So sank der Index in Deutschland allein in den letzten Jahren von einem Gesamtwert von 146 im Jahr 2014 auf 136 im Jahr 2017 und 127 im Jahr 2018 (in den Jahren 2015 und 2016 wurde der Index ausgesetzt) – offenbar verschwindet das Phänomen der “German Angst” nach und nach.

Im Vergleich zu Deutschlands abnehmenden Sicherheitsbedenken blieb der weltweite Index allerdings zum zweiten Mal in Folge auf dem gleichen Rekordniveau von 173 Punkten seit der ersten Durchführung der Umfrage im Jahr 2007. Von den 13 untersuchten Ländern sind in diesem Jahr nur die Niederländer mit einem Wert von 109 weniger besorgt als die Deutschen.

Einen weiteren überraschenden Befund hat die Studie im Bereich „State Hacking“ herausgearbeitet: Demnach befürwortet fast die Hälfte aller Deutschen im Kampf gegen staatliche Hacker die Idee einer internationalen Schutzzone im Internet (49 Prozent) – aber knapp ein Viertel traut es gar keiner Instanz zu, diese durchzusetzen (22 Prozent).

39 Prozent der Befragten vertrauen bei der Einhaltung einer solchen Schutzzone am ehesten den staatlichen Organen der teilnehmenden Nationen. Ein weiteres Viertel würde es bevorzugen, wenn eine internationale Organisation wie die Vereinten Nationen für die Einhaltung der Schutzzone verantwortlich wäre.

Die Ergebnisse der letztjährigen Befragung gibt’s hier bei mir im Blog. Und weitere Zahlen & Fakten aus dem diesjährigen Unisys Security Index in der folgenden Infografik:

Quelle: Unisys

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