Acht von zehn deutsche Firmen verbessern mit Innovationen nur bestehende Produkte

Die Unternehmen in Deutschland setzen vor allem auf Effizienz vor echtem Mehrwert – und schöpfen so die eigene Innovationspotenziale nicht völlig aus.

Innovationen sind für viele Unternehmen das Mittel der Wahl, um schnelleres Wachstum, höhere Umsätze oder entscheidende Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Viele Firmen setzen beim Innovationsmanagement jedoch den falschen Schwerpunkt.

Das zeigt eine bisher unveröffentlichte Studie des des IT-Marktforschers teknowlogy | PAC im Auftrag des Beratungsunternehmens Accenture. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse der Studie heute exklusiv vorab.

Demnach konzentrieren sich die Unternehmen oft zu sehr darauf, bestehende Produkte und Services effizienter zu gestalten, anstatt neue Geschäftsfelder zu erschließen. Damit reagieren sie zwar auf kurzfristige Kunden- und Markterwartungen. Um Innovationen in langfristigen Erfolg umzuwandeln, ist jedoch die Etablierung einer echten Innovationskultur entscheidend.

Anders ausgedrückt: Oft liegt der Antrieb für Innovation in Deutschland darin, Bewährtes zu sichern, anstatt Neues zu entwickeln und Veränderung auf technologischer, organisatorischer oder sozialer Ebene zuzulassen. Zu groß ist die Angst davor, Fehler zu machen oder ein Risiko einzugehen, wie die folgenden Detailergebnisse zeigen:

  • Acht von zehn Entscheidern sehen in Innovationen primär die Möglichkeit, bewährte Produkte und Dienstleistungen zu optimieren und effizienter zu gestalten (82 Prozent).
  • Fast drei Viertel der befragten Unternehmen steht die Sicherung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit im Fokus und nicht die Entwicklung neuer visionärer Produkte oder Dienstleistungen (72 Prozent).
  • Nur etwas mehr als jedes zehnte befragte Unternehmen stuft sich als Innovationsführer ein (12 Prozent), während sich mehr als jeder Zweite als Innovationsfolger (55 Prozent) und ein weiteres Drittel als Nachzügler einschätzen.

In Zeiten der Digitalisierung sind allerdings diejenigen erfolgreicher, die als erster am Markt sind und ihre Innovationen schnell in die Breite bringen – und das weltweit. Als größte Herausforderungen dafür bezeichneten die befragten Manager die Etablierung einer Innovationskultur (61 Prozent), aus Ideen echte Werte zu schaffen (59 Prozent), die Koordination verschiedener Innovationsinitiativen (52 Prozent) sowie die Begeisterung der Belegschaft für Innovation zu wecken (50 Prozent).

Nur jedes dritte Unternehmen plant allerdings daraus abgeleitete Veränderungen im Management oder der Organisation. Dies ist jedoch die Voraussetzung, um Innovationen in konkrete neue Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle zu übersetzen.

Für die große Mehrheit der befragten Unternehmen sind das Kundenerlebnis und der Kundennutzen Ausgangspunkt für ihre Innovationsbemühungen. So erklärten 87 Prozent der Führungskräfte, dass dies für ihr Unternehmen das Leitmotiv sei. Essenziell ist dafür, die Kundenwünsche genau zu kennen.

Immerhin 81 Prozent der Unternehmen nutzen bereits systematische Datenmanagement-Tools für Absatz- und Bedarfsprognosen. Dennoch gelingt es nur etwas mehr als der Hälfte der Unternehmen (56 Prozent), eine umfassende Sicht auf ihre Kunden zu bekommen.

Weitere Zahlen & Fakten zur Innovationsstudie in der untenstehenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken. Um echte Neuerungen in der deutschen Wirtschaft auszuzeichnen, vergeben Accenture, EnBW und WirtschaftsWoche heute Abend zudem gemeinsam den Deutschen Innovationspreis – in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal.

Quelle: teknowlogy | PAC, Accenture

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