Tipps & Tricks: Wie anonym ist „anonymes Surfen“ wirklich?

Auch das Surfen im Unsichtbar-Modus des Browser oder via Virtual Private Network bietet keinen vollumfänglichen Schutz der Privatsphäre im Internet.

Datenschutz und Privatsphäre gewinnen – nicht auch zuletzt durch den Facebook-Datenskandal rund um Cambridge Analytica oder gigantischen Leaks wie etwa bei Marriott – bei vielen Internetnutzern an Bedeutung.

Neben einem gesteigerten Misstrauen gegenüber Internet-Unternehmen führt auch die Angst vor staatlicher Überwachung – man denke etwa an den NSA-Skandal – zum Wunsch nach Anonymität im Netz. Häufig wird in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verwendung von Virtual Private Networks (VPNs) und „sicheren Browsern“ empfohlen, um seine Spuren zumindest zu verschleiern.

Allerdings ermöglichen auch diese Lösungen kein vollständig anonymes Surfen. So löscht etwa „privates Surfen“ zwar den Browser-Verlauf und andere Details auf dem benutzten Computer, löscht aber keine Informationen, die irgendwo sonst gesammelt und gespeichert wurden.

Was kann man also wirklich privat beziehungsweise anonym halten? Leider nicht viel. Ein Blick auf die verschiedenen Ansätze hilft dabei herauszufinden, wie privat die Nutzerdaten wirklich sind und was Anwender tun können, um diese (besser) zu schützen:

Die meisten populären Browser wie Chrome, Firefox oder Safari verfügen über eine Art Unsichtbar-Modus zum privaten Surfen, von der die meisten Leute annehmen, dass sie ihnen Anonymität bietet. Dies ist jedoch nur zum Teil zutreffend: Am Ende der Sitzung werden Dinge wie der Browserverlauf und Cookies gelöscht – allerdings ausschließlich auf dem verwendeten Computer, nicht jedoch die Datenspuren beim Internet-Provider sowie auf den Webservern der besuchten Internetseiten.

VPNs schaffen eine sichere Verbindung durch einen „Tunnel“ zum Internet. Dabei arbeitet der VPN-Server als Vermittler zwischen dem Nutzer und dem Web. Dies trägt zu einer gewissen Anonymität bei, da die IP-Adresse des VPNs anstelle derjenigen des eigenen Internet-Anschlusses erscheint. Dies maskiert somit also die IP-Adresse des Nutzers.

VPNs und Proxy-Server werden oft vermischt, da sie einige Gemeinsamkeiten aufweisen und über vergleichbare Funktionen verfügen, beispielsweise das Verstecken der IP-Adresse. Jedoch gibt es deutliche Unterschiede: So verschlüsseln VPNs den gesamten Datenverkehr, während Proxy-Server nur Webanfragen des Browsers verschlüsseln.

Weitere Tools und Dienste für mehr Anonymität und Sicherheit mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Varonis

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