Jeder zweite Deutsche fürchtet, beim Online-Shopping zu viele Vorlieben preiszugeben

Die deutschen Internet-Nutzer fürchten weiterhin das Datensammeln im E-Commerce – gleichwohl geben sie viele Daten auch freiwillig preis.

Erst Ende der vergangenen Woche hat der ITK-Branchenverband Bitkom neue Zahlen zum E-Commerce in Deutschland veröffentlicht. Demnach kaufen mittlerweile 56 Millionen Bundesbürger im Internet ein – das sind 97 Prozent der Verbraucher, die über einen Internetzugang verfügen.

Obwohl der Einkaufsbummel im Netz auch hierzulande inzwischen derart weit verbreitet ist, bedeutet dies nicht, dass die Nutzer völlig frei von Ängsten oder Wünschen sind, wie eine aktuelle Studie des Berliner Preisvergleichsportals Idealo zeigt. „Kroker’s Look @ IT“ veröffentlicht die Ergebnisse heute exklusiv vorab.

Demnach ist Online-Shopping für jeden vierten Internetnutzer in Deutschland die absolute Lieblingsbeschäftigung im Internet. Am ehesten gehen die Shopping-Fans ihrer Lieblingsbeschäftigung übrigens im Büro nach (21 Prozent).

Gerade beim Online-Shopping müssen jedoch oft persönliche Daten hinterlegt werden, zum Beispiel die Anschrift oder das Alter. Genau aus diesem Grund haben auch im Jahr 2019 noch viele Online-Shopper Angst, zu einem gläsernen Kunden zu werden.

Mehr als die Hälfte der Konsumenten befürchtet, dass Unternehmen zu viel über sie und ihre Vorlieben wissen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Angst zwar leicht von 57 Prozent auf 53 Prozent gesunken, dennoch ist jeder zweite Deutsche kritisch gegenüber Big Data eingestellt.

Die Skepsis der Verbraucher beschränkt sich jedoch nicht auf das Thema Privatsphäre im Netz: Eine Auswertung der Verbraucherzentrale Brandenburg zum sogenannten Dynamic Pricing hat im August 2018 gezeigt, dass Online-Shops ihre Preise fast täglich ändern.

Laut der Idealo-Umfrage unterstellt rund ein Drittel der Befragten den Händlern dabei eine böse Absicht – sie vermuten, dass Shops ihre Kunden mit häufigen Preisänderungen verwirren wollen. Mehr noch: Fast sechs von zehn Befragten glauben, dass die Preise im Netz abends am höchsten liegen (58 Prozent). Ein Drittel halten den Samstag für den teuersten Tag der Woche (34 Prozent).

Nichtsdestotrotz werden die Deutschen mit ihren persönlichen Daten immer freigiebiger – zumindest, wenn sie sich einen konkreten praktischen Nutzen davon versprechen: 60 Prozent sind bereit, ihre persönlichen Daten anzugeben, wenn sie attraktive Vorteile erhalten. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. Zwei Drittel finden die Speicherung von persönlichen Daten sogar nützlich – zum Beispiel bei der Hinterlegung von Bezahldaten zur schnelleren Bestellabwicklung (67 Prozent).

Viele weiteren Zahlen & Fakten zu den Ängsten & Wünschen der Deutschen beim Online-Shopping in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Idealo

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