Nach dem China-Schock: Warum die Service-Sparte für Apple immer wichtiger wird

Aktuell verfügt Apple über 1,4 Milliarden Nutzer, mit weiter steigender Tendenz – ein enormes Potenzial für den Verkauf von Diensten per iTunes & Co.

Die miesen Apple-Zahlen durch das verhagelte China-Geschäft in der vergangenen Woche haben regelrechte Schockwellen durch die Börsen weltweit geschickt: Insgesamt hat die Apfel-Aktie in den vergangenen 90 Tagen fast 40 Prozent an Wert verloren – dadurch rangiert das einstmals wertvollste Unternehmen der Welt hinter Microsoft, Amazon und der Google-Mutter Alphabet nur noch auf Rang 4.

Ist dies der Anfang vom Ende der einstigen Apple-Dominanz, mithin das Ende einer regelrechten Ära? Bei Lichte betrachtet hat es jedenfalls nicht den Anschein. Denn Apple zeichnet sich wie kein zweiter Konzern durch überaus treue und loyale Kunden aus: Wie ich im Frühjahr 2018 hier dargelegt habe, sind zwei von drei jemals verkauften Apple-Geräten aktiv – ein empirischer Befund, der seit einigen Jahren konstant gilt.

Quelle: Asymco/Horace Dediu

Das gilt auch weiterhin: So stieg die Zahl aktiver Apple-Nutzer binnen eines Jahres um weitere 100.000 auf nunmehr 1,4 Milliarden. Und laut Schätzung des renommierten Mobil- und Apple-Nutzers Horace Dediu könnte jene Zahl bis Anfang 2020 auf 1,5 Milliarden weiter wachsen.

Umso wichtiger ist es für Apple-CEO Tim Cook – auch und gerade vor dem Hintergrund des schwächelnden China-Geschäfts – seine immer weiter wachsende Bestandskunden-Basis mit zusätzlichen Produkten und Diensten zu beliefern. Genau das macht der Konzern auch seit einiger Zeit erfolgreich:

 

Quelle: Asymco/Horace Dediu

Im jetzt abgelaufenen Quartal haben die Jungs & Mädels aus Cupertino mit Diensten wie etwa Apple Music, iTunes sowie dem App Store fürs iPhone und iPad rund elf Milliarden Dollar umgesetzt – das entspricht rund 13 Prozent vom Gesamtumsatz. „Damit sind wir wie angekündigt auf dem Weg, das Service-Geschäft von 2016 bis 2020 zu verdoppeln“, so Cook in einem Brief an die Aktionäre.

Abo-Dienste nach dem Vorbild von Netflix könnten also ein Weg aus Krise darstellen, wie ich auch letzte Woche auf WiWo.de analysiert habe. Damit bewahrt sich übrigens auch eine hier im Blog veröffentlichte Prognose aus dem Jahr 2016 zunehmends: Bis 2020 könnte das Service-Geschäft auf Platz zwei beim Apple-Rohertrag hinter dem iPhone anwachsen.

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