Stairway to Heaven: Die iPhone-Preispolitik von Apple – in einem einzigen Chart

Trotz stagnierender iPhone-Absätze kann Apple mehr umsetzen – mit höheren Preisen und einem Fokus auf Nachhaltigkeit durch mehr Nutzer.

Wirklich überrascht hat Apple bei der Vorstellung seiner neuen iPhones, darunter das bis zu 1649 Euro teuere Modell iPhone XS Max, Mitte September nicht. Größer ist besser – so simpel ist die Erfolgsformel von Apple, hat mein WiWo-Kollege & Silicon-Valley-Korrespondent Matthias Hohensee so kurz wie treffend analysiert.

Dennoch ist ein Blick auf die dahinterliegenden Zahlen mit Blick auf die Apple-Financials spannend: Wie etwa die US-Investmentbank Bloomberg herausgearbeitet hat, haben die iPhone-Verkäufe in den vergangenen drei Jahren auf hohem Niveau mehr oder weniger stagniert:

Quelle: Bloomberg/ZeroHedge

Das bedeutet: Der Markt für neue iPhones stößt an eine Sättigungsgrenze. Dies liegt unter anderem an der langen Nutzungsdauer der Apple-Smartphones: Denn von allen jemals produzierten iPhones sind derzeit zwei Drittel noch aktiv – ein Wert, der über die Jahre weitgehend konstant geblieben ist, wie ich hier im Frühjahr dargelegt habe.

Dennoch schafft Apple es, seinen Umsatz weiter zu steigern – und zwar auf zwei Wegen: Ein Blick auf die Preispunkte der unterschiedlichen iPhone-Modelle der vergangenen Jahre beweist, wie sehr Apple an der Preisschraube gedreht hat. Oder, wie es der finnische Mobile-Analyst Horace Dediu so treffend ausdrückt: Stairway to Heaven:

Quelle: Horace Dediu/Asymco

 Zugleich kann Apple so die eigene Nachhaltigkeit unter Beweis stellen: Denn die immer teureren Produkte halten auch immer länger – und erhalten durch Weiterverkäufe in ihrer Lebensspanne mittlerweile bis zu drei Besitzer, wie Dediu schätzt.

Das wiederum vergrößert die Nutzer-Basis von Apple deutlich – und verbreitert den Markt für zusätzliche Umsätze durch App-Verkäufe und sonstige Service-Erlöse. Ein nachhaltiges Geschäftsmodell durch mehr Nachhaltigkeit, sozusagen.

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