Krokers RAM: IT-Sicherheit muss endlich Chefsache werden!

Mein Rant am Morgen: Die aktuellen Fälle von Hackerangriffen auf Unternehmen zeigen, dass die Sonntagsreden zur Beteuerung von Cyber-Security vielfach keinen Niederschlag in der Firmenrealität finden.

Wie die WirtschaftsWoche in der Titelgeschichte der heute erscheinenden aktuellen Ausgabe berichtet, ist der Essener Industriekonzern ThyssenKrupp seit Februar dieses Jahres das Opfer eines groß angelegten Hackerangriffs geworden.

Ein dramatischer – und lange Zeit unbemerkt gebliebener Angriff: So hatten die Hacker nahezu perfekt Backdoors („Hintertüren“) in den IT-Systemen versteckt, um durch diese auf wertvolle Informationen zugreifen zu können. In zwei attackierten Thyssen-Krupp-Geschäftsbereichen flossen Datensätze ab.

Erst in der Vorwoche zeigte sich die Verwundbarkeit der immer stärker vernetzten und digitalisierten IT-Systeme in einem Cyberangriff auf die Deutsche Telekom, bei dem Hacker rund 900.000 Internet-Router ins Visier nahmen und so das Netz des Bonner Telco-Riesen mehrere Stunden lahmlegten.

Beide Fälle von Cyberkriminalität unterstreichen eine Forderung, die Experten seit Jahren erheben – die aber bis heute meist ungehört verhallt: IT-Sicherheit muss in den Unternehmen endlich Chefsache werden!

Zwar geben IT-Entscheidern immer wieder an, CEOs würden die IT-Security jetzt aber wirklich strategisch auf der Chefetage verankern – so wie beispielsweise in einer just in dieser Woche veröffentlichten Studie von Cisco.

Wenn es dann aber zum Schwur kommt, klafft zwischen strategischem Wunsch und finanzieller Wirklichkeit aber dann doch meist eine große Lücke: So fordern acht von zehn IT-Managern mehr Geld, um die Sicherheitsherausforderungen der digitalen Transformation bewältigen zu können.

Wirklich mehr Geld bekommen aber gerade mal knapp 30 Prozent von ihnen. Soviel zur vielbeschworenen Bedeutung von Cybersicherheit. So lange den Beteuerungen keine Konsequenzen in der Praxis folgen, bleiben spektakuläre Fälle wie die von ThyssenKrupp oder der Telekom auf der Tagesordnung.

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