USB-Sticks – ein unterschätztes Datenleck für Unternehmen

Risiko für die IT-Sicherheit: Fast alle Beschäftigten in Unternehmen nutzen USB-Speicher; knapp 60 Prozent private Sticks auch beruflich und umgekehrt.

Wenn es um das Thema IT-Sicherheit geht, denken Unternehmen in der Regel zuerst an den Schutz ihrer Computernetzwerke vor Hackerangriffen oder Ransomware. Dabei lauert eine immer noch unterschätzte Gefahr an einer ganz anderen Stelle.

Die Rede ist von unverschlüsselten USB-Stick: Auch in Zeiten der Cloud und zahlreicher mobiler Endgeräte ist der USB-Stick immer noch ein treuer Begleiter im Berufsleben – auf Geschäftsreise, wenn Mitarbeiter nicht sicher sind, ob sie Zugriff auf die Daten in der Cloud haben, oder bei einer Präsentation für den unkomplizierten Abruf auf verschiedenen Endgeräten.

Aus diesem Grund stellen USB-Sticks ein unterschätztes Sicherheitsrisiko und potenzielles Datenleck für Unternehmen dar: Denn mehr als die Hälfte der Firmen sichern Daten auf USB-Speichern nur unzureichend (56 Prozent). Viele gehen verloren, und mit ihnen oftmals sensible Unternehmensdaten. Dies ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie des Speicherherstellers Kingston Technology aus dem kalifornsichen Fountain Valley zur Nutzung von USB-Sticks in Unternehmen.

Demnach haben fast alle Befragten haben mindestens einen USB-Sticks beruflich im Einsatz (95 Prozent). Und ein Drittel der Befragten nutzt sogar mehr als fünf USB-Sticks. Die Studie zeigt, dass der Trend „Bring Your Own Device“ auch für USB-Sticks üblich ist. Mehr noch: Die Mehrheit der Mitarbeiter nimmt keine klare Trennung zwischen privaten und beruflichen Geräten vor. Fast sechs von zehn Befragten nutzen ihre privaten USB-Sticks auch für berufliche Zwecke und umgekehrt (58 Prozent).

Die Sorglosigkeit der Mitarbeiter beim Umgang mit USB-Sticks stellt das größte Problem für die Datensicherheit dar. Denn die gespeicherten Daten auf den Geräten sind für die Unternehmen oftmals von zentraler Bedeutung: Drei von fünf Mitarbeiter sichern berufliche Daten auf USB-Sticks (59 Prozent). Ein Viertel der Befragten gab zudem an, dass in ihrem Unternehmen auch vertrauliche oder schützenswerte Daten auf USB-Sticks gespeichert werden (25 Prozent).

Dabei scheint vielen Entscheidern und Mitarbeitern nicht bewusst zu sein, welcher Gefahr die Daten ausgesetzt sind. Fast drei Viertel der befragten Mitarbeiter gaben an, dass in ihrem Unternehmen schon einmal USB-Sticks nicht mehr auffindbar waren (73 Prozent) . Was mit diesen Geräten geschehen ist, ist oftmals nicht klar: Fast drei Fünftel der Mitarbeiter (57 Prozent) wissen nicht, was mit den verschwundenen USB-Sticks passiert ist.

Vier von zehn Befragten erinnern sich noch, dass sie einen USB-Stick verloren haben (39 Prozent). Einen Vorsatz vermuten hingegen nur die wenigsten: Nicht einmal vier Prozent nannten Diebstahl als Grund für das Verschwinden der USB-Sticks. Stattdessen gefährdet vor allem menschliches Versagen die Sicherheit persönlicher und beruflicher Daten. Mitarbeiter, die Sticks aus dem Büro mitnehmen, erhöhen das Risiko für Datenverlust.

Verschlüsselte Datenträger minimieren das Risiko, dem mobile Daten auf USB-Sticks ausgesetzt sind. Nur ein Fünftel nutzt hardwarebasierte Verschlüsselung (20 Prozent). Softwarebasierte Verschlüsselung ist mit 31 Prozent etwas häufiger im Einsatz. Viele Unternehmen müssen hier noch nachrüsten.

Weitere Ergebnisse der Befragung von Kingston in der folgenden Infografik:

Quelle: Kingston

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