Digitale Sammelwut: Sechs von zehn Beschäftigten sehen sich als Daten-Messies

Das Horten von sensiblen und oft auch privaten Daten auf Firmenrechnern ist eine große – und wachsende – Herausforderung in vielen Unternehmen.

Dass die Datenvolumina im Internet und auch in den Unternehmen seit Jahren geradezu explodieren und das Management der Informationen dadurch vor immer neue Herausforderungen gestellt wird, habe ich hier schon oft beschrieben.

Der amerikanische Spezialist für Daten-Management Veritas Technologies hat jetzt einen interessanten Nebenaspekt innerhalb jener Thematik beleuchtet: Eine Studie sollte das Verhalten von IT-Führungskräften und Büroarbeitern beim Speichern von Daten untersuchen.

Wichtigstes Ergebnis: Fast drei Viertel der IT-Entscheidungsträger und über die Hälfte der Mitarbeiter schätzen sich selbst als Daten-Messies ein, die sogenanntes „Data Hoarding“ betreiben. Damit schneidet Deutschland im weltweiten Vergleich (82 Prozent) jedoch noch gut ab. Insgesamt liegt der Messie-Anteil hierzulande bei gut sechs von zehn Beschäftigten (63 Prozent).

Demnach ist Data Hoarding ein globales Phänomen, bei dem bisweilen der gesunde Menschenverstand aussetzt: Ebenfalls fast drei Viertel der weltweit Befragten gaben zu, auch Daten zu speichern, die ihnen selbst oder ihrem Unternehmen schaden könnten (72,5 Prozent).

Dazu zählen beispielsweise Bewerbungen an andere Unternehmen, unverschlüsselte Geschäftsgeheimnisse oder peinliche Korrespondenz mit Kollegen. Die Deutschen sind hier wesentlich vorsichtiger – trotzdem geben auch bei ihnen mit 64,5 Prozent mehr als die Hälfte zu, solche Daten gespeichert zu haben.

Deutsche Mitarbeiter mit Messie-Syndrom speichern fast die Hälfte ihrer erstellten Dateien – um diese dann digital verstauben zu lassen. Die ältesten Dateien auf den Computern der Befragten sind durchschnittlich sieben Jahre alt, wurden also ungefähr zu der Zeit erstellt, als Windows 7 auf den Markt kam.

Data Hoarding ist aber nicht nur teuer, sondern gefährlich: 76 Prozent der deutschen IT-Entscheidungsträger halten die gespeicherte Datenmenge in ihrem Unternehmen für die Ursache, dass es deutlich länger dauere, auf eine Datensicherheitsverletzung zu reagieren. Damit liegt der Wert aber deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt.

Ein Problem ist zudem die große Anzahl privater Dateien auf Unternehmensservern: Fast alle befragten Daten-Messies – 94 Prozent der Mitarbeiter und 97 Prozent der Entscheidungsträger – speichern persönliche Daten wie alte Fotos, Musik oder lustige Videos auf Firmensystemen ab.

Weitere Studienergebnisse in der folgenden Infografik – zum Vergrößern anklicken:

Quelle: Veritas

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