Breitband-Entwicklungsland Deutschland mit 1,3 Prozent Glasfaser – Weltmeister Japan 73 %

Bei Glasfaser-Anschlüssen ist Deutschland weit abgeschlagen, aber auch im mobilen Internet rangiert man hierzulande deutlich unter OECD-Schnitt.

Deutschland ist in jeder Hinsicht ein Entwicklungsland, wenn es um die Internet-Infrastruktur geht – das belegen insbesondere Ländervergleichsstudien immer wieder deutlich. Erst im Frühjahr zeigte etwa ein Report der Industrieorganisation FTTH einen deutliche Rückstand Deutschlands beim Thema Glasfaseranschlüsse.

Kürzlich hat die OECD ihre Zahlen vorgelegt: Demnach liegt der Verbreitungsgrad von Glasfaseranschlüssen im Schnitt aller 34 betrachteten OECD-Staaten bei knapp 18 Prozent. Weltmeister Japan kommt dagegen auf fast drei Viertel aller Haushalte – während Deutschland mit nur 1,3 Prozent abgeschlagen am unteren Ende rangiert:

Quelle: OECD

Anders ausgedrückt: Deutschland ist denkbar schlecht für die kommenden Herausforderungen der digitalen Transformation aller Industrien aufgestellt. Zwar betonte etwa auch Vizekanzler Sigmar Gabriel auf der diesjährigen CeBIT: „Wir brauchen die beste digitale Infrastruktur der Welt“ – doch das klingt angesichts der Zahlen eher nach Pfeifen im Walde denn nach Vorwärtsstrategie.

Denn der Rückstand Deutschlands in der digitalen Breitband-Infratruktur zeigt sich auch auf anderen Feldern: Laut Anfang der Woche von der OECD veröffentlichten Zahlen liegt der Durchschittswert bei mobilen Hochgeschwindigkeitsanschlüssen inzwischen bei 90 Prozent (Grafik zum Vergrößern anklicken):

Quelle: OECD

Das bedeutet: Auf zehn OECD-Einwohner kommen neun mobile Breitband-Internetanschlüsse. Hier rangiert Deutschland mit einem Wert von rund 75 Prozent ebenfalls nur im unteren Drittel der betrachteten 34 Staaten.

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Alle Kommentare [3]

  1. In Deutschland verfügen wir (Fluch&Segen) über eine nach wie vor gute Cu-Infrastruktur. Diese auch noch gut dokumentiert. In vielen europ. Nachbarländer ist dies nicht der Fall. Der FttC – Ausbau ist daher erst mal eine logische Konsequenz der deutschen Netzbetreiber. Um das Thema jedoch nachhaltig voranzutreiben muss noch intensiver und deutlich kritischer die Thematik „Subv. Leerrohrverlegung“ auf kommunaler Ebene beobachtet werden. Städte und Kommunen die dies nicht tun werden in Zukunft „im Dunklen“ sitzen!

  2. Glaube keine Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.
    Deutschland hat 1,3 % Glasfaseranschlüsse.
    1,3 % von was steht da aber nicht. Sind es 1,3 % der Haushalte ?
    In Portugal sind es 24 %, in der Slowakei 23 und in der Türkei 17 % ?
    Ich glaube es nicht.

  3. @Stefan: Danke für den Kommentar, aber das habe ich doch explizit geschrieben: Gemessen an der Zahl der Breitband-Internetanschlüsse. Es geht also nicht darum, ob Breitband flächendeckend da ist, sondern wie viele aller vorhandenen Breitbandanschlüsse auf Glasfaser basieren. In Deutschland sind demnach >98% NICHT Glasfaser, sondern DSL, Kabel etc.