Microsoft von 1997 bis 2013: Wo die Redmonder heute ihr Geld verdienen

Die Verschiebung bei Umsatz und Gewinn innerhalb der Konzernsegmente zeigt: Microsoft ist längst vor allem ein Anbieter von Unternehmenssoftware.

Schon vor gut einem Jahr habe ich hier im Blog analysiert, dass Microsoft schon lange nicht mehr „die“ Windows-Company ist, sondern die Abhängigkeit von ihrem Flaggschiff-Betriebssystem kontinuierlich reduziert haben. Die Berufung von Satya Nadella als Nachfolger von Steve Ballmer auf dem Microsoft-Chefsessel in der vergangenen Woche bietet einen willkommenen Anlass, da noch einmal genauer hinzuschauen.

Denn erst Ende Januar haben die Redmonder bei ihren Zahlen fürs zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres mal wieder überrascht: Der Gewinn von fast 6,6 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 24,5 Milliarden Dollar lag höher als von den Finanzanalysten erwartet.

Die Zahlen sind umso erstaunlicher, blickt man auf die Entwicklung des PC-Marktes: Laut US-Marktforscher Gartner hat das Computergeschäft 2013 mit einem Minus von zehn Prozent den größten Einbruch in der gesamten Geschichte der PC-Industrie erlitten. Einmal mehr beweist dies also, wie wenig Microsoft heute nur noch vom Windows-Geschäft abhängig ist.

Quelle: FT

Laut einer von der britischen „Financial Times“ in der vergangenen Woche veröffentlichten Grafik stammte im Geschäftsjahr 2013 mit über 15 Milliarden Dollar der Großteil des operativen Gewinns aus dem Office-Geschäft. Windows liegt mit gut 9 Milliarden Dollar nur noch knapp vor dem Geschäft mit Server-Software für Unternehmen.

Wie stark sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren gewandelt hat, macht auch eine interessante Infografik deutlich, die das „Wall Street Journal“ in der vergangenen Woche veröffentlicht hat. Sie zeigt, in welchen Unterkategorien Microsoft seine Umsätze in den Geschäftsjahren zwischen 1997 und 2013 ausgewiesen hat.

Auch dort lässt sich gut erkennen, dass Windows heute nur noch für gut ein Viertel der Umsätze steht. Ebenfalls ein Viertel entfällt auf Server-Software, während die Business-Sparte inklusive Office schon auf gut ein Drittel des Umsatzes kommt. Bei allen Problemen, die der Konzern im Geschäft mit Smartphones und Tablets immer noch plagen: Microsoft ist heute vor allem ein Anbieter von Unternehmenssoftware.

Quelle: WSJ Digits

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Alle Kommentare [1]

  1. Aus meiner Sicht ist das genau die Entwicklung, die die Stellung von MS noch mehr schwächen wird. Denn woher kam den ursprünglich die Verbreitung von Office in der Business Welt? Weil viele privat die Software genutzt haben und sie damit schon kannten.
    Jetzt sieht es anders aus. Privat setzen sich Smartphone und Co. durch. Das wird der „Standard“.
    Ich nutze privat ein Chromebook. Da bin ich in maximal 10 Sekunden online. Bis ich mit meinem beruflichen Notebook online bin, vergehen gut und gerne 20 Minuten. Ohne ein anstehendes Softwareupdate. Ich bin da ganz ehrlich: wenn ich beruflich vor einer Investititonsentscheidung stehe, dann schwingt der private Standard mit. Und deshalb sehe ich ein echtes Risiko für MS.