Nach der Yahoo-Übernahme: Schrumpft Tumblr – oder doch nicht?

Laut Daten eines US-Anzeigennetzwerks sind die gewisse Zugriffszahlen bei dem Blogging-Dienst rückläufig – nur die Folge eines Schwenks hin zur App?

Ende vergangener Woche hat das amerikanische Hightech-Portal „Buzzfeed“ in einem Blog-Post die Frage aufgeworfen, ob der vielgehypte US-Blogging-Dienst Tumblr schrumpfen würde. Der Web-Dino Yahoo hat Tumblr erst im Mai für 1,1 Milliarden Dollar geschluckt.

Demnach hat Tumblr-Gründer David Karp Ende 2012 in einem Blog-Post verkündet, sein Unternehmen zähle inzwischen zu den Top-10 der meistbesuchten Internet-Destinationen in den USA. Dabei berief sich Karp auf Zahlen des US-Anzeigenvermarkters Quantcast, der laut eigenem Bekunden die Zugriffszahlen direkt bei Tumblr messen kann.

Laut „Buzzfeed“ lag die Spitze der Zugriffe mit rund 200 Millionen ziemlich genau im November 2012, also dem Zeitpunkt, als Karp seinen Jubel-Blogpost veröffentlicht hat. Dies zeigt ein Langfristchart der weltweiten monatlichen Zugriffszahlen (Unique gobal monthly visitors), die man auf der Quantcast-Webseite abrufen kann.

Quelle: Quantcast

Mehr noch, blickt man auf die Personen in den vergangenen drei Monaten, liegt das Allzeithoch bei rund 52,5 Millionen Besuchern in der Woche zwischen dem 20. und 26. Mai – genau jene Woche, in dem Yahoo den Tumblr-Kauf angekündigt hat.

Laufen der doch angeblich gerade bei jungen Web-Surfern so beliebten Social-Blogging-Seite seit der Yahoo-Übernahme also die Nutzer in Scharen davon? „Buzzfeed“ selbst schränkt die eigene Argumentation mit einer Tumblr-Stellungnahme ein: Demnach vermittelten die Daten kein vollständiges Bild, da Quantcast unter anderem keine Mobilzugriffe über die App messe.

Quelle: Quantcast

In der Tag gibt der Chart der monatlichen Besucher „mobile Web“ an, aber eben keine App-Zugriffe. Der mir persönlich gut bekannte Social-Media-Spezialist Johannes Lenz von der Münchner Internetagentur Akom360 hat die Tumblr-Zahlen in einem Facebook-Posting analysiert: „Des Rätsels Lösung ist: Mobile First Shift!“, schreibt er da. Und weiter: „Quantcast, die den Einbruch gemeldet hat, bezieht in ihre Berechnungen den Traffic über die App nicht mit ein, weshalb Tumblr nach wie vor wachsen könnte.“

Könnte – eben. Denn wie „Buzzfeed“ am Ende des Beitrags schreibt, habe Tumblr die Frage unbeantwortet gelassen, ob die gesamten Nutzungszahlen inklusive der mobilen App denn weiterhin Wachstum zeigen. Solange die neue Tumblr-Mutter Yahoo keine neuen Zahlen veröffentlicht, dürften die Spekulationen über ein Schrumpfen des gehypten Dienstes andauern.

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