Tumblr – der unbekannte Internet-Riese

Der amerikanische Blogdienst wächst deutlich schneller als die Konkurrenz, ist hierzulande jenseits der Tech-Szene aber noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Eine Infografik.

Tumblr existiert bereits seit dem Jahr 2007, hat so richtig aber erst im vergangenen sowie diesem Jahr durchgestartet – und das vor allem im Heimatmarkt USA. Das in New York ansässige Unternehmen mit dem vermeintlichen Zungenbrecher-Namen bietet Nutzern die Möglichkeit, ohne Programmieraufwand eine Light-Variante von herkömmlichen Blogs anzulegen. Die einzelnen Blog-Einträge – etwa Schnappschüsse, Video-Schnippsel oder sonstige Internet-Fundstücke – lassen sich einfach per E-Mail oder Smartphone veröffentlichen, sie werden gewissermaßen einfach ins Blog „hineingekippt“ – daher auch der Name („to tumble“ im Sinne von purzeln, hineinfallen).

Damit besetzt Tumblr gewissermaßen eine Lücke zwischen klassischen Blogdiensten wie der zum Google-Konzern gehörende Site Blogger.com oder WordPress auf der einen Seite und der Microblogging-Plattform Twitter auf der anderen Seite. Offenbar eine erfolgreiche Nische: Bereits Ende 2010 liegt Tumblr bei der Zahl der gesamten Seitenaufrufe deutlich vor den Rivalen, wie das „Wall Street Journal“ im Februar berichtet. Demnach erzielt Tumblr vor einem Jahr mit knapp sieben Millionen Besuchern 1,6 Milliarden Page Views; Blogger.com nur 700 Millionen Aufrufe von rund 60 Millionen Besuchern sowie WordPress gerade mal 140 Millionen Aufrufe von 28 Millionen Nutzern.

Die Erfolgsgeschichte setzt sich in diesem Jahr fort – ja beschleunigt sich gar noch: Im Mai passiert Tumblr die Marke von beeindruckenden 250 Millionen Seitenaufrufe am Tag. Im Juni überholt das vier Jahre alte Unternehmen mit rund 20,8 Millionen Blogs die Gesamtzahl der auf dem doppelt so alten WordPress registrierten Blogs. Im Juli verzeichnet der Dienst mehr als 13 Millionen Besucher (unique visitors), eine Verdopplung gegenüber den Zahlen von Dezember. Mehr noch, binnen eines Jahres ist jene Zahl um stolze 218 Prozent gewachsen, wie das Techblog „Silicon Alley Insider“ Ende August in einem Chart deutlich macht:

Quelle: Comscore/Silicon Alley Insider

Kein Wunder also, dass auch Investoren immer mehr Gefallen an dem Unternehmen haben: Obwohl Tumblr noch kein richtiges Geschäftsmodell, geschweige denn nennenswerte Umsätze aufweist, hat der Blogdienst Ende September von Risikokapitalgebern, darunter die Virgin-Ikone Richard Branson, eine Finanzspritze in Höhe von 75 Millionen Dollar erhalten. Die Investition bewertet das hierzulande weitgehend unbekannte Unternehmen laut „Wall Street Journal“ mit einem Gesamtwert von 800 Millionen Dollar.

Das amerikanische Hightech-Blog Mashable präsentiert Mitte November in einer Infografik die aktuellen Daten von Tumblr. Demnach liegt die Zahl der Mini-Blogs inzwischen bereits jenseits der 33 Millionen; pro Minute werden dort 38.000 neue Beiträge gepostet – davon bestehen 42 Prozent aus Fotos. Weitere Daten in der Infografik – zum Vergrößern zwei Mal hintereinander auf die Grafik klicken (wird beim ersten Mal kleiner):

Quelle: Mashable

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