Die Werbespots von Blackberry und Samsung beim Super Bowl

Mit Blackberry und Samsung haben gleich zwei Mobil-Rivalen während des gestrigen Finales der US-Football-League um Aufmerksamkeit gebuhlt – für geschätzt vier Millionen Dollar je 30 Sekunden TV-Clip.

Dass auch und gerade Hersteller von Gadgets und Unterhaltungselektronik in der Halbzeitpause des Super Bowls werben, hat gute Tradition.

Im vergangenen Jahr hat sich beispielsweise der koreanische Smartphone- und Tablet-Hersteller Samsung während des 2012er Finales der amerikanischen Football League in einem 90-Sekunden-Spot über Apple und deren treu ergebene Jünger lustig gemacht.

In diesem Jahr sind mit Blackberry und Samsung gleich zwei Smartphone-Hersteller gegeneinander angetreten – wenn auch mit völlig gegenläufiger Ausgangsposition. Während Samsung von Erfolg zu Erfolg eilt und drauf und dran ist, die ganze Welt mit seinen High-Tech-Produkten zu dominieren, kämpft Blackberry mit Kräften um eine Kehrtwende im seit gut zwei Jahren rückläufigen Geschäft.

Erst in der vergangenen Woche haben die Kanadier in einer groß angelegten Aktion ihren mehrfach verschobenen Hoffnungsträger Blackberry 10 vorgestellt. Mit einem neukonzipierten Betriebssystem sowie Geräten auf Augenhöhe mit Apple und Samsung will der Smartphone-Pionier endlich an alte Erfolge anknüpfen.

Quelle: Statista

Dazu soll auch der Super-Bowl-Spot beitragen, den die Kanadier übrigens nicht vorab präsentiert haben. Die Werbeschlacht kostet in diesem Jahr übrigens fast vier Millionen Dollar je 30 Sekunden. Blackberry begnügt sich da – aus Kostengründen?! – mit just ebenjener halben Minute.

Und macht aus der vermeintlichen Not gleich auch noch eine Tugend für den Spot. In dreißig Sekunden ginge es schneller, dasjenige zu zeigen, was das neue Flaggschiff-Smartphone Blackberry Z10 nicht könne. Einen Spontanbrand der eigenen Klamotten löschen etwa, oder einen auf einen zurasenden Tank-Laster rechtzeitig in tausende quietschgelbe Gummienten zerspringen relassen.

Im Gegensatz zu Blackberry hat Smartphone-Rivale Samsung sein Super-Bowl-Engagement bereits vorher durch verschiedene Videos viral befeuert. Ziemlich lustig ist der Vorab-Spot, in dem der kanadische Schauspieler und Comedian Seth Rogen sowie der US-Schauspieler Raul Rudd als künftige Hauptdarsteller über den noch aufzunehmenden „The Next Big Thing“-Spot beratschlagen.

Dabei grätscht Bob Odenkirk als Produzent seitens Samsung den beiden ständig ins Wort, wenn sie den Begriff „Super Bowl“ oder den Namen eines der beiden Finalteams – die San Francisco 49ers und die Baltimore Ravens – aussprechen wollen.

Der eigentlichen Super-Bowl-Spot ist dann sogar zwei Minuten lang (und mithin fast 16 Millionen Dollar teuer). Und Samsung konnte noch einen promineten US-Sportler für einen Kurzauftritt gewinnen. Der Basketballer LeBron James, seit 2010 in den Diensten von Miami Heat (wo er 2011 gegen die Dallas Mavericks mit Dirk Nowitzki im Finale unterlag), macht per Zuschalte – natürlich am Samsung-Tablet Galaxy Note 10.1 – eigene Ideen für einen neuen Spot.

Anders als der Vorläufer-Spot ist dieser bei weitem nicht mehr so lustig – und auch die Konkurrenz seitens Apple & Co. bekommt dieses Mal keine Breitseite ab. Dafür zeigt Samsung erstmals so etwas wie Selbstironie. Denn Rogen und Rudd kommen bloß mit Ideen aus bereits existierenden Kampagnen um die Ecke  – etwa einen Samsung-Fan per Rakete in den Weltraum zu schießen. Das aber macht schon der Deo-Hersteller Axe mit seiner „Axe Apollo Space Akademy“.



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