Die Befreiung der Apple-Jünger – dieses Mal durch Samsung

Es war mit 90 Sekunden der längste Spot in der Halbzeitpause des gestrigen US-Super-Bowls: Der koreanische IT-Konzern Samsung knöpft sich einmal mehr Apple und deren Fans vor – mit zwinkerndem Auge.

Der von Geschäftsrekord zu Geschäftsrekord eilende Smartphone- und Tablet-Gigant Apple entpuppt zunehmend zum Lieblingsobjekt, an dem sich die Kreativen abarbeiten. Das jedenfalls der Eindruck nach den gestrigen Werbespots zum Finale in der amerikanischen Football-Liga, dem Super Bowl. Dort hat der koreanische Unterhaltungselektronik-Multi Samsung in einem 90-Sekunden-Werbespot, der angeblich zehn Millionen Dollar gekostet hat, zum Rundumschlag auf Apple ausgeholt. Im vergangenen Jahr war es an gleicher Stelle der US-Rivale Motorola, der gegen den Apple keilte.

Samsung wie Motorola spielen in den Spots mit der Dominanz von Apple im Geschäft mit Smartphones und Tablets. Motorola skizziert in seinem Werbefilm eine düstere Welt mit gleichgeschalteten und -aussehenden Apple-Jüngern. Von diesem Joch will Motorola die Nutzer mit seinen Geräten befreien, so die Botschaft. Um die Befreiung der Apple-Jünger geht es auch Samsung, allerdings in deutlich ausgelassenerer Stimmung. Der Spot zeigt Fanboys mit weißen Ohrstöpseln in einer Schlange vor einem Laden, der unzweifelhaft als Apple Store zu identifizieren ist. „Kaum zu glauben, dass wir dafür das Spiel sausen lassen“, sagt einer der Wartenden genervt.

Auf einmal entdecken die Apple-Jünger einen Nutzer mit einem riesigen Smartphone, auf dessen Display man sogar via Stift rummalen kann. Das sei das neue Galaxy Note von Samsung, sagt der Nicht-Fanboy. „Samsung – schon wieder“, antwortet beinahe bewundernd einer der Wartenden. Spätestens hier erinnert sich der Eingeweihte: Der Super-Bowl-Spot ist sozusagen die Fortsetzung eines Werbefilmchens von Ende November, als Samsung in den USA erstmals iPhone-Nutzer und diverse Klischees rund um Apple-Kunden aufs Korn nahm. „Das nächste große Ding ist bereits da“, endete jener Spot für das Smartphone Galaxy S II.

Jetzt treibt Samsung die Verwirrung der iPhone-Jünger auf die Spitze: „Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich glauben soll“, so eine der Wartenden kopfschüttelnd. Prompt regnet es Galaxy-Note-Geräte für alle, die Apple-Jünger treten die Wartezäune weg und reißen die Absperrungen nieder – die Befreiung á la Samsung wird zur Party mit Musik, Tanz und guter Laune. „Das nächste große Ding ist bereits da“, heißt es am Ende. „Schon wieder!“

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Alle Kommentare [3]

  1. Jetzt könnte man sich natürlich fragen, ob man die Wirtschaftswoche braucht, damit sie einem den neusten Samsung-Werbespot nacherzählt.

    Oder, warum die Wirtschaftswoche Samsung Werbespots nacherzhält

  2. Lieber Knut K.,

    danke für den Kommentar, auf den ich gerne antworten möchte: Da es sich hier um einen Blog handelt, kann ich meines Erachtens durchaus auch mal „leichtere Themen“ behandeln – zumal, wenn sie wie in diesem Fall, den Konkurrenzkampf zwischen Apple und Samsung auf eine lockere Art illustrieren. Zudem glaube ich, dass ich es bei nunmehr vier Postings über Werbe-Clips von insgesamt 120 Postings hier im Blog auch mit der Gewichtung nicht übertreibe, oder… ;-)?!

  3. Außerdem findet eine Suchmaschine einen Text besser, als ein Video 😉 Herr Knut K. hatte ja nicht die Berichterstattung als solche angeprangert, sondern eher die Nacherzählung 🙂

    Allerdings finde ich den Umstand auch nicht schlimm. Gerade unterwegs muss ich mir keine Videos anschauen und so kann man sich den Inhalt durchlesen. Außerdem ist es immer vorteilhaft für die Branche, wenn auch solche Themen behandelt werden. Zumal Samsung auf diese Art von Publicity gesetzt hat, als der Hersteller viel Geld für den Werbespot in die Hand genommen hat!

    Ich hätte die Werbung auch gerne live gesehen aber im Deutschen TV dürfen die Spots ja nicht ausgestrahlt werden!