Motorola vs Apple: Wer ist Big Brother?

Von wegen hip und trendig: Beim diesjährigen Superbowl hat der US-Elektronikkonzern Motorola in einem Werbespot hart gegen den Rivalen Apple geschossen. Der böse Gigant sei heute die iPhone-Company.

Jahrelang hat sich Apple mit der Aura des Außenseiters umgeben und sich als derjenige stilisiert, der anders ist. Doch bei dieser Selbstinszenierung klafft wegen der Marktanteile von iPhone und iPad eine immer größere Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Genau auf diese Achillesferse hat am vergangenen Sonntag Apple-Wettbewerber Motorola in einem Spot während des amerikanischen Superbowl-Finales abgezielt. Der Clip präsentiert Motorolas neuen Tablet-Computer Xoom als Befreiung der gleichgeschalteten Nutzer. Dass jene vom Joch der Steve-Jobs-Company geknechtet sind, ist unschwer am Apple-typischen Weiß der Uniformen sowie der iPod-ähnlichen Ohrstöpsel zu erkennen.

Damit nimmt Motorola seinen US-Konkurrenten Apple gleich doppelt aufs Korn. Denn Apple geißelte in einem legendären, nur ein einziges Mal am 22. Januar 1984 ebenfalls während des Super Bowls ausgestrahlten Werbespot einen Rivalen als Big Brother. Der hieß damals IBM, und die Befreiung kam seinerzeit in Form des neuen Macintosh-Computers daher. Der Mac, so die Botschaft, befreit die Anwender aus der gleichmacherischen Umarmung des damaligen PC-Giganten IBM.

Wie sich die Zeiten ändern – heute ist Apple in der Rolle des Orwell’schen Bösewichts, zumindest in den Augen von Motorola.

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Alle Kommentare [4]

  1. Apple positioniert sich schon lange nicht mehr mit dem Attribut „different“. Die Think-Different-Kampagne wurde vor neun Jahren eingestellt und durch die „Switcher“-Kampagne abgelöst – und auch die ist inzwischen Geschichte.

  2. Christoph, rein bezogen auf die Kampagne hast Du natürlich recht, aber vom Image her kannst Du doch nicht bestreiten, dass Apple nie Mainstream sein wollte – daher ist das Motto „Think different“ ja auch noch so präsent. Gruß, Michael