Der Apple-Kursverfall – oder: Wie lief der Start des iPhone 5 in China wirklich?

Die Apple-Aktie kratzt erstmals seit Februar an der 500-Dollar-Marke. Dabei ist der Marktstart des iPhone 5 in China besser gelaufen, als man auf den ersten Blick vermuten mag.

Harte Zeiten für Apple-Aktionäre: Nach schlechten Nachrichten am vergangenen Freitag fiel die Aktie gestern vor Start der US-Börse unter die Schwelle von 500 Dollar; erstmals seit Februar. Zwar berappelte sich das Papier bis Börsenschluss wieder auf knapp 519 Dollar. Dennoch hat Apple seit dem Höchststand von gut 705 Dollar Mitte September fast 30 Prozent an Wert eingebüßt.

Hintergrund des neuerlichen Einbruchs waren Analystenberichte, wonach Apple seine Komponentenbestellungen bei asiatischen iPhone-Zulieferern für das erste Quartal 2013 deutlich zurückgefahren habe – auf nur noch 25 bis 30 Millionen Geräte von zuvor 35 bis 40 Millionen. Kaum verwunderlich also, dass gestern beispielsweise die Citigroup Apple auf ‚Neutral‘ und das Kursziel auf 575 US-Dollar gesenkt hat.

Quelle: WiWo.de

Dabei hatte Apple gestern wieder positive Nachrichten mit im Gepäck – zumindest auf den zweiten Blick. Am vergangenen Freitag starteten die Jungs aus Cupertino den Verkauf des iPhone 5 in China. Wie das Unternehmen gestern verkündet hat, konnte es in den ersten drei Tagen zwei Millionen Geräte losschlagen.

Dies liegt zwar deutlich unterhalb der fünf Millionen Geräte, die Apple am ersten Verkaufsende in neun Ländern, darunter USA und Deutschland, absetzen konnte.

Normalisiert man die Verkaufsrate auf die Bevölkerung, kommt man jedoch auf folgenden Befund: So seien am ersten Verkaufswochenende in China 1,6 iPhone 5 je 1000 Einwohner verkauft worden; dies läge zwar weit entfernt  vom US-Wert (knapp 7), aber nicht allzu fern vom Start des iPhone 4 vor zwei Jahren (2,6), wie der auf den Telekommunikationsmarkt spezialisierte Analyst Horace Dediu in seinem Blog „Asymco“ ausgerechnet hat.

Quelle: Asymco

Bezieht man die schlechte Versorgung mit Breitband-Mobilfunknetzen der dritten Generation (3G) in China mit ein, ist der Wert laut Dediu noch bemerkenswerter. Demnach sei das iPhone 5 am ersten Wochenende in China von 1,5 Prozent der dortigen 3G-Abonnenten gekauft worden – bezogen auf diese Basis wäre der Marktstart im Reich der Mitte sogar doppelt so erfolgreich wie in den USA.

Wohl auch aus diesem Grund erwartet – den aktuellen Kursverfall hin oder her – die Mehrzahl der Analysten weiterhin ein Bombenquartal für Apple: Morgan Stanley sieht den iPhone-Absatz im laufenden Weihnachtsquartal gar oberhalb der magischen Schwelle von 50 Millionen Geräte.

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Alle Kommentare [6]

  1. Wenn die Einleitung schon wieder mit „Harte Zeiten“ beginnt, dann frag ich mich wann endlich mal einer aufwacht …

  2. Rekordumsätze und -gewinne sorgen dafür das Kurse abstürzen? Was hat das Realität zu tun?

    Wenn Komponentenbestellungen zurückgefahren werden und im gleichen Zug Meldungen über ein früheres Erscheinen neuer iOS-Geräte aufkommen … ist das dann ein schlechtes Zeichen?

  3. Das war ja ein Grund für den Blog-Post: Nämlich aufzudröseln, dass der iPhone-5-Start in China bei Lichte betrachtet doch sehr erfolgreich war und das Q4 allen Schätzungen zufolge bombastisch laufen dürfte.

  4. Das Schlimme dabei ist nur, dass eben jenes aufdröseln außerhalb des Viewports ist, da die ersten beiden Absätze erstmal nur – nennen wir es – jammern. Oft ist der Artikel da für mich schon zu Ende gelesen.

  5. Ah, ok, verstehe – nur ohne den aktuellen Kontext ist die Argumentation meines Erachtens halt schwierig… Und im Anreißer hatte ich ja schon auf das bessere Abschneiden in China hingewiesen. Aber klar, man kann’s vermutlich immer noch besser machen.