So tot ist Google+ wirklich: 2,2 Milliarden Profile; 4 bis 6 Millionen nutzen G+ aktiv – 0,3 Prozent

Eine Analyse zeigt: Nur jeder zehnte Profil-Besitzer hat überhaupt jemals bei Google+ gepostet. Die aktuelle Nutzungsrate ist sogar verschwindend niedrig.

Wirklich überraschend kommt der Befund, dass Google+ mehr oder weniger tot ist, nun ja nicht. Wer meinen Blog kontinuierlich liest, konnte in den vergangenen Jahren diverse kritische Berichte über das soziale Netzwerk aus dem Hause Google lesen.

Mit schöner Regelmäßigkeit habe ich mit der zunehmenden Bedeutungslosigkeit von Google+ gewidmet – sei es im Jahr 2011 oder ein Jahr später 2012 und auch wieder 2013. Viel passiert ist seitdem zugegebenermaßen nicht – vor allem von Google nicht.

So dämmert Google+ seit Jahren als Untoter der Social-Media-Szene vor sich hin. Zuletzt machte der Dienst im April des vergangenen Jahres von sich reden, als Google+ Chef Vic Gundotra überraschend seinen Abschied verkündete.

Kurz darauf machten Gerüchte über einen Spin-Off, eine Zerschlagung oder gar die Einstellung die Runde. Auch danach ist wenig geschehen; seit dem dritten Geburtstag Mitte 2014 ist’s wieder still um Google+ geworden.

Möglicherweise erhalten die düsteren Zukunftsprophezeihungen jetzt neue Nahrung: Denn der niederländische Blogger Kevin Anderson hat kürzlich öffentlich verfügbare Daten sowie Schätzungen des amerikanischen Tech-Analysten Edward Morbius grafisch aufbereit.

Quelle: Business Insider/Kevin Anderson

Die Daten belegen eindrucksvoll, wie tot Google+ wirklich ist: Laut Morbius existieren aktuell rund 2,2 Milliarden Profilseiten bei dem sozialen Netzwerk von Google. Von diesen hat nur jeder Zehnte überhaupt irgendwann einmal ein Posting verfasst (9 Prozent).

Von jenen aktiven Profilen haben wiederum nur sechs Prozent Beiträge im laufenden Jahr verfasst (18 Tage). Die Hälfte davon – also drei Prozent – sind YouTube-Kommentare. Das bedeutet: Nur zwischen vier und sechs Millionen Menschen nutzen Google+ überhaupt aktiv, das sind zwischen 0,2 und 0,3 Prozent aller Profile (Details zur Methodologie hat Morbius in einem Posting bei Ello beschrieben).

Einziger Haken laut Kevin Anderson: Morbius berücksichtigt bei seiner Analyse keine nicht-öffentlichen Postings oder Kommentare – die freilich würden die Zahlen auch nicht signifikant besser aussehen lassen. Bleibt die spannende Frage, ob und – wenn ja, wie – Google in diesem Jahr auf die anhaltende Schwäche von Google+ reagiert.

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Alle Kommentare [10]

  1. Man kann in dem Ergebnis auch mal das Positive sehen.
    Ich muss mir im Gegenzug zu Facebook nicht soviel Schwachsinn ansehen.

    Google Plus mag wenige aktive Nutzer haben. Für mich persönlich stelle ich jedoch fest das ich in keinem anderen Netzwerk (fb, xing, linkedin, …) regelmäßig gute Beiträge in einer übersichtlichen Struktur erhalte. Mal von der Werbeüberflutung (20-25% ca) im „sozialen“ Netzwerk facebook ganz abgesehen. Xing stufe ich schon länger als zuverlässiges Telefonbuch mit automatischer Aktualisierung ein.

    Und dann stellt sich die Frage nach einer passenden Alternative.

    Klaus

  2. Die untersuchte Sitemap enthält ausschliesslich Profile, die sich im Jahr 2012 bei Google+ angemeldet haben – warum? Der hinter der Fake-Identität stehende Morbius ist in der Social Media Szene dafür bekannt, seit dem Merger mit Youtube eine Rechnung mit Google+ offen zu haben und ständig irgendwelche Funktionalitäten zu fordern, die er auf seiner geliebten Plattform reddit auch hat. Und eine vergleichbare „Untersuchung“ bei Facebook dürfte wohl zu einem ähnlichen Ergebnis führen – auch dort postet fast niemand ÖFFENTLICH, sondern meistens beschränkt auf seine Freundesliste.

  3. Man kann versuchen es tot zu reden, aber die Nutzer wissen, was sie daovn haben. G+ ist anders und wird auch immer anders sein, aber das heißt nicht, dass es schlechter ist.
    Gerade die nicht öffentlichen Kommentare machen sicher um einiges mehr aus, als man glauben mag. Schließlich achten spätestens seit den Snowden Enthüllungen die Leute mehr darauf, was öffentlich ist und was nicht. Persönlich poste ich 90% nur für „Meine Kreise“. Genauso wie viele in meinen Kreisen das auch machen. Standardmäßig ist dies auch beim Teilen ausgewählt. Hat man öffentlich eingestellt, wird dies noch mal durch ein Infofeld hervorgehoben, dass es für alle lesbar ist. Erst als G+ mit dem Kreis-Teilen auftauchte konnte man kurze Zeit später auch bei Facebook nicht öffentlich posten. Vorher war alles öffentlich. Warum hat wohl Facebook hier eingelenkt? Vermutlich weil die Leute das wollen.
    Wie viel von diesen Profilen wurde angelegt, weil sich jemand bei einem Google-Dienst angemeldet hat und das Hackerl vergessen hat, wegzuklicken, dass auch automatisch ein G+ Profil angelegt wird? (Das wurde letztes Jahr glaube ich mal geändert).
    Und bei G+ gilt: Qualität vor Quantität. Während ich mich bei Facebook zugespamt fühle, kann ich auf G+ anregende Diskussionen führen und sehe auch nur Themen die mich interessieren.
    G+ Will ja auch kein neues Facebook sein. Es ist anders als andere Social Networks aber immer die „G+ ist tot“-Keule funktioniert nicht. Der ständige Vergleich mit Facebook wird auch immer von den Medien gemacht, obwohl es eben anders ist und schwer zu vergleichen wie ich finde. Nutzer tauschen sich nun mal anders auf G+ aus. Auf G+ gibt es nicht die Jagd nach den meisten +1. Informationen werden geteilt und sie werden zur Kenntnis genommen. Gibt es Diskussionsbedarf, so wird auch diskutiert.
    Warum hat Google noch nicht reagiert? Weil es vielleicht nichts so Fatales gibt, dass hier groß gegengesteuert werden müsste?
    Und vielleicht gibt es auch jene Leute, die es einfach als RSS-Feed Ersatz verwenden. Wenn ich meinen Eltern sage, sie sollen sich eine RSS-Reader zulegen, wo sie dann alles was sie wollen, abbonieren können, werde ich nur fragende Blicke ernten.

  4. Und was macht eine Plattform besser, wenn sie Gonzillionen öffentliche Posts hat? Ist die Bildzeitung etwa die qualitativ höchstwertige Publikation in DE? Bitte erstmal nachdenken, bevor man „mit schöner Regelmäßigkeit“ Schätzungen von „Tech-Analysten“ nachplappert.

  5. In stoischer Regelmäßigkeit postet der Autor immer wieder seine Unzufriedenheit über Google+
    Warum?…liegt es vielleicht daran das sein g+ Account die User nicht erreichen kann oder er das Prinzip von g+ immer noch nicht verstanden hat…
    Die ständige Mär, Google+ sei tot entlockt mit jedesmal nur ein müdes lächeln, da ich genau das Gegenteil beobachte.
    Herr Kroker sollte vielleicht noch mal ganz von vorne anfangen und versuchen, vorurteilsfrei Google+ zu testen, jedoch nicht wie Facebook zu sehen. Doch ich befürchte, dass Herr Kroker sich warum auch immer auf Google eingeschossen hat… Doch er liegt mit seinem Wunschdenken, Google+ wäre tot völlig daneben!
    Google+ lebt und wie, im Vergleich zu Facebook ist G+ für mich das bessere Social net….
    So bleibt am Ende wieder der fade Nachgeschmack, dass Herr Kroker wieder völlig falsch recherchiert hat, doch mich wundert es nicht mehr;)

  6. Also ich kann den Artikel ganz und gar nicht bestätigen. Ich finde die Inhalte in G+ gehaltvoller als das meiste bei Facebook und poste selbst fast nichts öffentlich. Und meines Erachtens wächst die Nutzerzahl eher.

  7. Kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen den Artikel. Hierzu sollte man wissen, das Google selbst Google+ nie als Facebook Alternative gesehen, geschweige den positioniert hat. Von daher hinkt ein Vergleich schon mal gewaltig.

    Google+ hat durchaus seine Vorzüge. Meiner Ansicht nah ist Google+ absolut kein klassisches Soziales Netzwerk wie es FB oder Twitter sind. Eher eine Mischung aus Blog und Sozialem Netzwerk.

  8. Es ist unwahr, dass die Anzahl der nicht öffentlichen Posts die Zahl nicht wesentlich beeinflussen würde. Denn wenn man die Zahl der öffentlichen Posts bei Facebook berücksichtigen würde, dann würde man zu einem ähnlichen Ergebnis kommen, denn das meiste schreibt man eben nur im privaten Rahmen!

    Ergo: Google+ soll hier nur todgeredet werden, ohne dabei zu berücksichtigen, dass Google+ längst seinen festen Platz in der Weltgemeinschaft gefunden hat!

    Alles andere ist nur von Microsoft gekauftes Google-Bashing!

  9. Viele nutzen es nicht, weil man es auf das Handy zwar sieht, aber nicht öffnet. So manch einer denkt sofort wieder an versteckte Kosten. Etwas Werbung, dann sind mehr dabei.