Mobile Nutzer verbringen 80 Prozent ihrer Zeit mit Apps – und nur 20 Prozent am Browser

Sieg der App Economy: Laut einer Studie rufen sogar Nutzer mehr Web-Inhalte per Facebook-App ab als über den Mobil-Browser.

Mitte 2007 hat Apple das erste iPhone auf den Markt gebracht, im Juli 2008 ist der App Store gestartet – beide Schritte markieren den Startpunkt einer Entwicklung hin zu einer veritablen App Economy: Das „Wall Street Journal“ hat Anfang März eine Gartner-Studie zitiert, wonach die weltweiten App-Umsätze in diesem Jahr auf 25 Milliarden Dollar klettern.

Glaubt man den in dieser Woche veröffentlichten Zahlen des US-Marktforschungshauses Flurry, ist inzwischen auch das Rennen um die Art der Nutzung von Smartphone und Tablet entschieden. Demnach verbringen die Besitzer von Apple- und Android-Geräten rund 80 Prozent ihrer Zeit mit Apps – und nur 20 Prozent mit dem mobilen Internet-Browser.

Quelle: Flurry

Das mobile Web ist in dieser App-Welt freilich quasi fest mit eingebaut. So steht die App des sozialen Netzwerks Facebook allein für 18 Prozent der durchschnittlich 2 Stunden und 38 Minuten, die jeder Smartphone- und Tablet-Nutzer mit seinem Gerät pro Tag verbringt – die zweitgrößte Einzelnutzung nach Spiele-Apps.

Laut Flurry greifen dabei viele Facebook-Nutzer auf Inhalte des mobilen Internets direkt aus der App zu. Das bedeutet: So wird etwa beim Anklicken eines Links der Inhalt innerhalb der App angezeigt – ohne den Umweg mobiler Browser. Gemessen an der Nutzungsdauer sei daher möglicherweise gar die Facebook-App der wichtigste (indirekte) Browser – noch vor Safari mit seinem 12-Prozent-Anteil.

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Alle Kommentare [4]

  1. Ich bin gespannt wie sich das Thema App vs. Web gerade bei Android weiterentwickelt: Da der Chrome Chef Sundar Pichai jetzt auch der Android Abteilung vorsteht kann man vielleicht die Option erwarten für Android in Zukunft Apps mit den gleichen Technologien zu erstellen, wie sie in ChromeOS verwendet werden.

  2. Das klingt wie ein großer Umschwung – ist es aber gar nicht. Verbringt jemand am PC 80% seiner Zeit im Browser? Natürlich nicht, sondern in Word, Excel oder in Games – also in den PC-„Apps“. Klar – viele Internetinhalte werden direkt in Apps angeschaut, allen voran Facebook. Dafür sind 20% im Browser dann ja noch sehr hoch. Und das könnte mit HTML5 ja noch steigen.

  3. Die Zahlen beziehen sich allein auf den US-Markt, nehme ich an… Interessant wäre ein Vergleich, ob EU5-/deutsche Nutzer sich ähnlich verhalten.

  4. Apps stellen tatsächlich teilweise eine ungeheure Praktikabilität dar und zeichnen sich zumeist durch einen hohen Grad an Userfreundlichkeit aus. Wie im Artikel erwähnt, umgehen viele Nutzer den Weg vom Internetbrowser zur Webseite und nutzen den direkten Zugang via App. Dies hebt noch einmal die Wichtigkeit von Apps hervor – für jeden Onlinehändler von Relevanz!
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