Anhaltende Sicherheitsprobleme bei Messaging-Anwendung WhatsApp

Die beliebteste App der Deutschen lässt sich mit wenig Aufwand knacken. Solange die Sicherheitslücken nicht abgestellt sind, sollte man alternative Anwendungen verwenden.

Der SMS-Ersatz WhatsApp – eine Anwendung zum Versenden von Nachrichten, Bildern und Videos von Smartphone zu Smartphone – kämpft mit anhaltenden Sicherheitsproblemen: Schon im Mai berichtet das IT-Portal „Heise.de“ über Schnüffel-Tools, die fremde WhatsApp-Nachrichten anzeigen können – weil der Dienst den gesamten Datenverkehr unverschlüsselt verschickt. Erst Ende August reagiert WhatsApp mit verschlüsselter Übertragung, wie Experten dem Dienst bescheinigen.

Damit endet die Diskussion um die beliebteste App der Deutschen, wie eine im August veröffentlichte Studie ergeben hat, jedoch nicht: Ende der vergangenen Woche hat die Filsh Media GmbH aus Essen auf ihrer Webseite eine neuerliche Sicherheitslücke in WhatsApp dokumentiert. Demnach lassen sich mittels Telefonnummer und einer leicht auszulesenden Handy-Identifikationsnummer komplette Account der App kapern. Dadurch kann man auf einfache Weise unter fremdem Namen WhatsApp-Nachrichten verschicken und empfangen.

Quelle: Goldmedia Mobile Monitor 2012

WhatsApp hat auf die neuerlichen Anschuldigungen reagiert – allerdings mit Einschüchterungsversuchen: Laut „Heise“ soll der Anbieter Entwicklern, die den Chat-Service per API-Schnittstelle per Web-Zugriff bereitstellen wollen, mit rechtlichen Schritten gedroht haben. Die Sicherheitslücken bestehen dagegen weiter. WhatsApp hat auf die Vorwürfe bis heute nicht reagiert – der letzte Eintrag im Firmenblog datiert von Mitte Juni.

Solange dies so ist, sollte man WhatsApp am besten nicht weiter nutzen – zumal es auch Alternativen gibt: Bei „Computerbild“ gibt’s einen Test verschiedener Gratis-Nachrichten-Apps, die man als SMS-Ersatz auf seinem Smartphone nutzen kann, sowie weitere Anwendungen wie Skype oder Facebook Messenger in einer zweiten Übersicht.



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Alle Kommentare [4]

  1. @Markus Pflugbeil: Die Geschichte ist nicht ganz eindeutig. So wie das verstehe, und so hat es TechCrunch – auf die die Original-Geschichte zurückgeht – inzwischen auch berichtet: Es handelt sich bei den Meldungen offenbar um alte Wall-Posts, die immer schon öffentlich waren, aber durch die Umstellung auf die Chronik jetzt leichter auffindbar sind. Denn vor 2009 gab es bei Facebook noch gar keine Privat-Nachrichten. Mehr siehe hier:

    https://techcrunch.com/2012/09/24/reports-facebook-users-seeing-private-messages-pre-2009-showing-up-on-timelines-as-posted-by-friends/

  2. @Michael Kroker: Danke für die Präzisierung – konzentrierter lesen hätte mir geholfen 😉 Nichtsdestotrotz wieder eine Erinnerung daran, dass man mit privaten Daten in sozialen Netzen sensibel umgehen soll – auch und weil die Vergangenheit einen einholen kann.

  3. Tja…eigentlich ist kein Messenger der Welt vor Einbrüchen sicher, nur konzentrieren sich die Cracker wohl auf die Beliebtesten. Alles, was Erfolg hat, wird automatisch zur Zielscheibe für Humbug.