Zwei Haupttypen bedrohen die Präsidentschaftswahlen heute in den USA: Cyberattacken und bösartige Einflussnahme.
Die heutige Präsidentschaftswahl in den USA genießt durch ihre Bedeutung für die Weltbevölkerung eine massive Aufmerksamkeit. Cyberkriminelle und Nationalstaaten könnten diesen Fokus für sich nutzen, um mit aufsehenerregenden Attacken das Vertrauen der Welt in demokratische Wahlen zu beeinflussen.
Das ist laut dem U-Geheimdienst FBI bereits im Vorfeld der Wahl zwischen Donald Trump und Joe Biden geschehen: Laut Berichten von Oktober hätten Russland und Iran Zugriff auf Wähler-Daten erlangt – und gezielt Fehlinformationen zu der US-Wahl verbreitet.

Schon bei der letzten Wahl im Jahr 2016 hatte eine Hacker-Gruppe mit dem Namen „Strontium“ E-Mails der demokratischen Partei erbeutet – und damit Hillary Clinton, der Gegenkandidatin des heutigen Präsidenten Donald Trump, geschadet.
Der amerikanische IT-Sicherheitsanbieter SentinelOne hat die wichtigsten Cyberbedrohungen rund um die US-Präsidentschaftswahlen zusammengestellt. Demnach gibt zwei Haupttypen von Bedrohungen: Cyberattacken und bösartige Einflussnahme.
Szenario 1: Ein Nationalstaat nutzt das Internet, um auf eine oder mehrere staatliche Wählerregistrierungsdatenbanken zuzugreifen und diese zu stören, so dass rechtmäßig registrierten Wählern die Möglichkeit zur Stimmabgabe am Wahltag verweigert wird oder sie einen provisorischen Stimmzettel einreichen müssen.
Die Konsequenz: Obwohl keine Stimmen manipuliert werden, wäre dieser Angriff wahrscheinlich eine wichtige nationale Nachrichtenmeldung, die das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Integrität des Wahlvorgangs und der Wahlergebnisse beeinträchtigt. Darüber hinaus verlangsamt dies den Wahlprozess, wodurch das Risiko langer Schlangen entsteht und die persönliche Stimmabgabe weniger effizient wäre.
Szenario 2: Ein Gegner verschafft sich über das Internet Zugang zu einer oder mehreren Wahlabend-Abstimmungsanzeigen und ändert die angezeigten Ergebnisse so, dass der tatsächliche Gewinner der Wahl nun der gemeldete Verlierer der Wahl ist.
Die Konsequenz: Auch hier gilt, dass zwar keine Stimmen geändert wurden und die irrtümliche Bekanntgabe der Wahlergebnisse durch eine maßgebliche Quelle anschließend wieder korrekt veröffentlicht wird, dass es jedoch wahrscheinlich zu einem erheblichen Vertrauensverlust der Wähler kommt.
Weitere Infos rund um die digitale Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahlen 2020 in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:
Quelle: SentinelOne
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