20 Milliarden Euro Schaden durch Ransomware und andere Cyberangriffe im Jahr 2021

Die Häufigkeit und die Intelligenz von Angriffen auf Unternehmen sind im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau gestiegen. (Erratum: In der Vorversion stand 220 Milliarden Euro – das war ein Fehler des Acronis-Contentteams.) 

2021 war in Sachen Cybersicherheit das schwierigste Jahr überhaupt. Demnach verursachten Ransomware und andere Cyberangriffe im vergangenen Jahr Schäden in Höhen von 20 Milliarden Euro. Das ist der zentrale Befund des Cyberthreats Report 2022, den der IT-Sicherheitsanbieter Acronis im Dezember veröffentlicht hat.

Auch wächst die Bedrohungslage für Firmen weiter: In der zweiten Jahreshälfte 2021 wiurde nur jedes fünfte Unternehmen nicht angegriffen (20 Prozent), während es im Jahr zuvor noch jedes Dritte war (32 Prozent). Dies zeigt, dass die Häufigkeit der Angriffe insgesamt zunimmt.

Weitere wichtige Ergebnisse – und ein Ausblick auf 2022:

  • Phishing bleibt der wichtigste Angriffsvektor: 94 Prozent aller Malware wird per E-Mail übertragen und setzt auf Social-Engineering-Techniken, um Benutzer zum Öffnen schädlicher Anhänge oder Links zu verleiten. Schon vor der Pandemie lag Phishing an der Spitze und hat den Anteil seither noch gesteigert. Im dritten Quartal 2021 hat Acronis 23 Prozent mehr Phishing-E-Mails und 40 Prozent mehr Malware-E-Mails blockiert als im zweiten Quartal.
  • Phishing-Akteure entwickeln neue Tricks und wechseln zu Messengern: Mit Angriffen auf OAuth und Tools zur Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) können Cyberkriminelle Konten übernehmen. Zur Umgehung typischer Phishing-Schutzmaßnahmen setzen sie auf Textnachrichten, Slack, Teams-Chats und weitere Tools und führen beispielsweise BEC-(Business Email Compromise)-Angriffe durch. Eines der jüngsten Beispiele solcher Angriffe war die Kaperung des FBI-E-Mail-Service, der im November 2021 kompromittiert und für die Verteilung von Spam-E-Mails missbraucht wurde.
  • Ransomware ist weiterhin größte Bedrohung für große und kleine Firmen: Zu den wertvollsten Zielen gehören der öffentliche Sektor, das Gesundheitswesen, Fertigungsunternehmen sowie andere kritische Organisationen. Doch trotz einiger aktueller Verhaftungen bleibt Ransomware auch weiterhin eine der profitabelsten Angriffsformen. Acronis geht davon aus, dass die Schäden durch Ransomware bis Ende 2021 bei mehr als 20 Milliarden Dollar liegen werden.
  • Krypto-Währungen bei Cyberkriminellen weiterhin beliebt: Infostealer und Malware, die digitale Geldbörsen ausräumen, sind heute an der Tagesordnung. Wir rechnen damit, dass im Jahr 2022 mehr Angriffe auf Smart Contracts – die Programme im Zentrum von Krypto-Währungen – stattfinden werden. Auch Attacken gegen Web 3.0-Anwendungen werden häufiger stattfinden. Und mit neuen und raffinierten Methoden wie Flash-Loan-Attacken werden die Angreifer in der Lage sein, Millionenbeträge aus Krypto-Währungs-Pools zu ziehen

Die wichtigsten Ergebnisse des Cyberthreats-Reports 2022 in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Acronis

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Alle Kommentare [2]

  1. HI,
    ihr habt schon recht, es ist schon sehr extrem, wie diese Sparte der Kriminalität an Zuwachs erhält. Ich wurde im vergangenen Jahr auch Oper von cyberkriminellen. Da haben tatsächlich ein paar Betrüger versucht, mit meiner Marke Geld zu machen und haben diese missbraucht. Ich habe das mit der Brand Protection Funktion in meinem Online Marketing Tool gemerkt und bin dagegen vorgegangen. Man muss mittlerweile für vieles im Netz gewappnet sein

  2. Gerade, was Phishing angeht, gilt es heutzutage mehr denn je aufzupassen, da oft mit durchdachten Tricks gearbeitet wird, die dazu veranlassen können, schädliche Links anzuklicken. Nicht nur das Jahr 2021 hat gezeigt, wie verwundbar Unternehmen aufgrund von Cyberangriffen sind. Deshalb ist es wichtig, sich im Bereich der IT-Sicherheit ausreichend zu wappnen.