Sechs von zehn Firmen erwägen Nutzung der europäischen Cloud-Infrastruktur Gaia-X

Acht von zehn Unternehmen, die Gaia-X kenne, stehen der Initiative positiv gegenüber und erkennen ein großes Potential.

Die Bemühungen um eine datensouveräne Cloud-Plattform in Europa kommen voran, wenn auch langsam. Das zeigte sich nicht zuletzt auf dem gestrigen Gaia-X Summit in Mailand: Dort präsentierte das Automobilkonsortium Catena-X rund um die großen Autokonzerne BMW, Daimler und Volkswagen seine ersten beiden Anwendungen basierend wiederum auf Gaia-X – siehe auch meine große Catena-X-Geschichte in der aktuellen Ausgabe der „WirtschaftsWoche“.

Damit treffen beide Initiativen einen Nerv bei vielen Unternehmen, denn deutsche und europäische Cloud-Provider sind gefragter denn je. Dies ergab eine kürzlich durchgeführte Studie des IT-Analyseunternehmens TechConsult und des Karlsruher Cloud-Anbieters Ionos.unter 207 deutschen IT-Entscheidern aus einem breiten Branchenspektrum.

Bei den Anforderungen an Cloud-Anbieter haben die Nutzer klare Vorstellungen: Compliance-Vorgaben, Zugangs- und Rechtekontrolle und Datensicherheit sind mit jeweils 75 Prozent am wichtigsten.

Mehr als ein Drittel der Unternehmen möchten verschiedene Cloud-Provider nutzen und sich dabei auf deutsche beziehungsweise europäische Anbieter konzentrieren, um Daten und Geschäftsgeheimnisse zu verarbeiten und zu schützen (36 Prozent). Bei öffentlichen Verwaltungen sind es sogar 42 Prozent.

Vertrauensbildend sind dabei vor allem die Serverstandorte: Befinden sie sich in Deutschland oder der EU, müssen die Daten im Einklang mit der DSGVO abgespeichert werden. Mehr als jeder zweite Befragte hat angegeben, dass er hochsensible Daten in Deutschland speichern möchte (56 Prozent).

Geht es um sämtliche Unternehmensdaten, möchten immerhin noch 44 Prozent sie in der Bundesrepublik vorhalten. Für 31 Prozent reicht ein europäischer Standort aus, hochsensible Daten zu speichern – bei sämtlichen Daten sind es 40 Prozent.

Bisweilen lassen Cloud-Provider ihre Kunden jedoch im Dunkeln darüber, wo die physischen Server stehen (21 Prozent). Vier von zehn Unternehmen wissen außerdem nicht, wer alles Zugriff auf die in der Cloud abgelegten Daten hat (44 Prozent).

Transparenz, Vertrauen, das Streben nach Datensouveränität sowie das Primat des europäischen Datenschutzes – all diese Werte prägen das Handeln der Akteure im Datenökosystem Gaia-X. Bei dieser Initiative sollen dezentrale Infrastrukturdienste wie Cloud-Services oder Edge-Systeme zu einem homogenen, nutzerfreundlichen System zusammengeführt werden.

Vor diesem Hintergrund wächst der Bekanntheitsgrad der Initiative: Fast jeder sechste Befragte hat sich schon gezielt zu Gaia-X informiert oder hat davon gehört. 81 Prozent derjenigen, die die Initiative kannten, stehen ihr positiv gegenüber und erkennen ein großes Potential. Ein knappes Viertel signalisiert die Bereitschaft, zukünftig „sehr wahrscheinlich“ Gaia-X konforme Services zu beziehen.

Einen großen Teil machen hier der industrielle Mittelstand und Einrichtungen aus dem öffentlichen Bereich aus. Rund 60 Prozent stufen eine zukünftige Nutzung mit „eher wahrscheinlich“ ein, nur jeder Sechste glaubt, dass ein Einsatz „eher unwahrscheinlich“ ist (16 Prozent), und nur für drei Prozent ist er „absolut unwahrscheinlich“.

Weitere Zahlen & Fakten rund um Gaia-X und die datensouveräne europäischen Cloud-Infrastruktur in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Ionos

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