Drei von vier deutschen Berufstätigen glauben, künstliche Intelligenz kann ihre Karriere fördern

Vier von zehn Beschäftigten sind eher bereit, bei einer Firma zu bleiben, die Technologien wie KI zur Förderung der beruflichen Entwicklung einsetzt.

Nachdem die Corona-Pandemie große Auswirkungen auf ihr Leben hatte, schätzen Arbeitnehmer vermehrt Technologien wie künstliche Intelligenz, um ihre berufliche Entwicklung zu unterstützen.

Das geht aus einer neuen Studie des amerikanischen Anbieters von Unternehmenssoftware Oracle und Workplace Intelligence hervor, einem Forschungs- und Beratungsunternehmen im Bereich Human Resources (HR). „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert heute die Ergebnisse für Deutschland exklusiv vorab.

Mehr als ein Jahr Lockdown und die anhaltende Ungewissheit aufgrund der Pandemie haben viele Arbeitnehmer in emotionalen Aufruhr versetzt. So haben vier von fünf Befragten im vergangenen Jahr negative Erfahrungen gemacht (80 Prozent). Viele hatten finanzielle Probleme (24 Prozent) und verstärkt psychische Beschwerden (26 Prozent). Auch litten sie unter mangelnder beruflicher Motivation (25 Prozent) und fühlten sich von ihrem eigenen Leben abgekoppelt (20 Prozent).

Trotz der Widrigkeiten des letzten Jahres sind drei Viertel der Menschen weltweit bestrebt, Veränderungen in ihrem Berufsleben vorzunehmen. 71 Prozent gaben jedoch an, dass sie dabei auf große Hindernisse stoßen. Zu den größten Hürden gehören finanzielle Instabilität (16 Prozent), Unsicherheit darüber, welche berufliche Veränderung für sie sinnvoll ist (23 Prozent), mangelndes Selbstvertrauen für einen Wechsel (18 Prozent) und fehlende Wachstumsmöglichkeiten in ihrem Unternehmen (17 Prozent).

Um Spitzentalente zu halten und weiterzuentwickeln, müssen Arbeitgeber mehr als je zuvor auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter achten und sie durch Technologien besser unterstützen. Gut drei Viertel der Befragten wünschen sich, dass moderne Technologie ihnen dabei hilft, ihre Zukunft zu gestalten, indem sie die Fähigkeiten identifiziert, die sie entwickeln sollten (27 Prozent), neue Lernmöglichkeiten aufzeigt (26 Prozent) und die nächsten Schritte auf dem Weg zu ihren Karrierezielen vorschlägt (22 Prozent).

62 Prozent der Befragten würden ihr Leben aufgrund von KI-gestützten Empfehlungen ändern. Drei Viertel glauben, dass künstliche Intelligenz ihre Karriere besser unterstützen kann als ein Mensch, indem sie unvoreingenommene Empfehlungen gibt (33 Prozent), schnell Fragen zur Karriere beantwortet (28 Prozent) oder neue Jobs findet, die zu ihren aktuellen Fähigkeiten passen (28 Prozent).

Zugleich sind die Umfrageteilnehmer aber auch der Meinung, dass der persönliche Austausch mit anderen Menschen immer noch eine entscheidende Rolle bei der Karriereentwicklung spielt. Diese seien besser in der Lage, Unterstützung zu leisten, weil sie Ratschläge auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen geben (47 Prozent), Stärken und Schwächen erkennen (37 Prozent) und nicht nur auf den Lebenslauf blicken, sondern passende Positionen auf Grundlage der Persönlichkeit empfehlen (38 Prozent).

74 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihr Unternehmen mehr tun sollte, um auf ihre Bedürfnisse einzugehen, und 40 Prozent sind eher bereit, bei einem Unternehmen zu bleiben, das fortschrittliche Technologien wie KI zur Förderung der beruflichen Entwicklung einsetzt.

Die wichtigsten Zahlen & Fakten zum Einfluss künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Oracle

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  1. Die zugrundeliegende Studie des amerikanischen Anbieters von Unternehmenssoftware Oracle und Workplace Intelligence stammt von einem Forschungs- und Beratungsunternehmen im Bereich Human Resources (HR). „Kroker’s Look @ IT“ und soll die Ergebnisse für Deutschland präsentieren.
    Offensichtlich wird dabei von einer durchweg positiven Weiterentwicklung der Digitalisierung ausgegangen, die zwar durch die Corona-Krise gestört wird, was aber letztlich durch die Digitalisierung kompensiert werden wird. Es wird nicht berücksichtigt, dass die Bewältigung der Corona-Krise durch Biotechnologien evtl. als Dritte industrielle Revolution gesehen werden könnte und sich auch grundlegende Erkenntnisse und Problemlösungen anbieten, die als evolutionär und nicht digital eingestuft werden – im Grunde die Frage nach Evolution versus Revolution. Gestatten mir deshalb kurz auf die Zukunft der Digitalisierung aus einer neuen Perspektive einzugehen.
    Eine These für die Zukunft der Digitalisierung könnte aus drei Teilen bestehen, die in einem Kontext stehen und sich gegenseitig ergänzen:
    1. Der Problemkomplex digitaler Technologien, als zweite industrielle Revolution, wird möglicherweise durch Biotechnologien, als dritte industrielle Revolution abgelöst werden. Qualitative Verbesserungen der Systeme und Prozesse könnten die Folge sein, die als wissenschaftliche Revolution eingestuft werden können. Möglich erscheint die Ablösung der Problemlösungen der Digitalisierung durch biologische Problemlösungen, die mit neuen Erkenntnissen verbunden sein werden. Als aktuelles Beispiel ist die Corona-Krise zu nennen, mit dem erfolgreichen Versuch einer biotechnologischen Bekämpfung der Viren mit biologischer Impfstoffe, wobei bei einer Impfquote von ca. 80% weitgehend auf Verhaltensregeln für die Bevölkerung verzichtet werden könnte.
    2. Die Zukunft der Digitalisierung heißt, neben einer Weiterentwicklung der Digitalisierung, z.B. als Metaversum, voraussichtlich Evolution, als übergeordnetes und gleichzeitig grundlegendes Erkenntnis- und Problemlösungssystem, das wissenschaftlich als die Fortsetzung der mittelalterlichen Aufklärung mit neuen Paradigmen gesehen werden kann, im Gegensatz zur Fortschreibung alter Paradigmen, z.B. der klassischen (Newtonschen) Physik und daraus resultierender Problemlösungen. Möglich ist die Integration der Digitalisierung und anderer Problemlösungen in evolutionäre Systeme und Prozesse, z.B. als Subsystem.
    3. Als Ausgangspunkt grundlegender Erkenntnisse und Problemlösungen gilt aus wissenschaftlicher Sicht eine ganzheitliche Perspektive globaler Problemkomplexe, wie Ökologie, Soziales und Kultur sowie Organisation, Technologie (mit Digitalisierung) und Ökologie, die durch Akteure initiierte Problemlösungen aufzeigen können. Außerdem sind evolutionäre Phänomene, wie Komplexität, Adaption, Selbstorganisation, Emergenz etc. als systemrelevante Größen zu berücksichtigen. Die globalen Problemkomplexe und ihre Problemlösungen müssen einer natürlichen Balance zugeführt werden, was derzeit nicht gelingt, da insbesondere existenzielle Problemkomplexe, wie Ökologie, Soziales und Kultur und evolutionäre Fragestellungen des Lebens-, Überlebens und der Resilienz nicht hinreichend berücksichtigt werden. Die ganzheitliche (evolutionäre) Perspektive auf die Problemkomplexe könnte z.B. als Ausgangspunkt von Qualitätssprüngen auf einer Metaebene genutzt werden, wie das Beispiel der Corona-Krise aufzeigt.
    Abbildung 01 zeigt die Zukunft der Digitalisierung in Abhängigkeit der zwei industriellen Revolutionen und der biologischen Revolution, die möglicherweise keine industrielle mehr sein wird. Die Entwicklungstendenzen könnten sich auf die Geschäftsentwicklung, Virenentwicklung, Populationsentwicklung etc. beziehen, wobei insbesondere bei der Viren- und Populationsentwicklung Forschungsbedarf besteht, insbesondere bzgl. der Verbreitung von unterschiedlichen Viren in sozialen Medien und der Computerindustrie.