Zwischen Meeting Fatigue und Effizienz: Fast jeder Zweite hält Meetings für zu zeitintensiv

Mangelndes Daten-Verständnis in vielen Unternehmen ist das größte Hindernis für effizientere und zielgerichtete Meetings – egal ob persönlich oder digital.

Nach anderthalb Jahren sehen die Deutschen Online-Meetings kritisch: Gut jeder dritte Deutsche findet mindestens 60 Prozent seiner Videokonferenzen langweilig; wie ich erst Anfang August hier im Blog berichtet habe.

Diese „Meeting Fatigue“ – zu Deutsch: Meeting-Müdigkeit – gilt letztlich für viele Beschäftigte, die im Arbeitsalltag mit ineffizienten hybriden oder digitalen Meetings konfrontiert werden. Müdigkeit und Erschöpfung, beides begleitet von Konzentrationsproblemen und Ungeduld.

Die Qualität von Meetings scheint jedenfalls vielerorts ausbaufähig zu sein: Fast jeder zweite Deutsche hält sie für zu zeitintensiv und stört sich daran, dass sie ohne konkreten Anlass oder Ziele angesetzt werden (45 Prozent). Das ist der zentrale Befund einer Studie des Marktforschers YouGov im Auftrag des Spezialisten für Datenvisualisierung Tableau unter Führungskräften in Deutschland.

Rund ein Drittel der Befragten vermisst zudem eine stringente Agenda in ihren Meetings (36 Prozent) und hat das Gefühl, nicht genügend Daten oder Informationen zum Thema vorliegen zu haben (31 Prozent).

Dabei haben Meetings durchaus das Potenzial, alles andere als ermüdend und zeitraubend zu sein: Werden klare Ziele gesetzt und wird ergebnisorientiert gearbeitet, steigert das für nahezu alle Befragten die Qualität von Diskussionen im Business-Kontext enorm (95 Prozent).

Noch lautet der Tenor aber: Zu lang, zu anstrengend, zu ineffizient. Die Lösung hin zu guten Entscheidungen, höherer Qualität und mehr Effizienz ist erstaunlich einfach – und vor allem bereits im Bewusstsein der Führungskräfte angekommen: Daten.

Drei von vier Führungskräften stimmen zu, dass passende, gut visualisierte Daten zu präziseren Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt beitragen (75 Prozent). Fast die Hälfte von ihnen nutzt deshalb bereits mindestens wöchentlich ein Datenanalysetool (47 Prozent).

Das Problem: Nur knapp jeder fünfte Befragten gibt an, dass Daten in seinem Unternehmen konsequent zur Entscheidungsfindung genutzt werden (19 Prozent). Die Corona-Pandemie führte dazu, dass immerhin 37 Prozent der befragten Führungskräfte in Meetings intensiver auf Daten setzen.

Das Potenzial intelligenter Datennutzung ist also bekannt – wieso werden sie trotzdem nur zögerlich in Geschäftsmeetings eingebunden? Für die Hälfte der Befragten ist mangelndes Daten-Verständnis das größte Hindernis (49 Prozent). Hinzu kommt die fehlende Fähigkeit, aus den Informationen hilfreiche Erkenntnisse zu gewinnen (52 Prozent).

Die zentralen Ergebnisse der Tableau-Studie gibt’s zusammengefasst in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle. Tableau

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