IT-Sicherheitslücken zu schließen kostet Firmen in nächsten 12 Monaten über 2 Millionen Euro

Hinsichtlich der Zahl der genutzten Cloud-Dienste und in Bezug auf die gespeicherten Datenmengen herrscht in vielen Unternehmen Unklarheit.

Die Risiken für Ransomware-Angriffe und Datenverlust sind durch die Pandemie-getriebene IT-Transformation explosionsartig gestiegen: In der Corona-Krise haben viele Unternehmen auf Homeoffice umgestellt – die dafür neu implementierte IT-Infrastruktur zu schützen, hatte aber keine hohe Priorität.

Die entstandenen Lücken und Schwachstellen wirken sich massiv auf die Zukunft aus: Demnach müssen Unternehmen in Deutschland im Schnitt knapp zwei Millionen Euro zusätzlich ausgeben und 24 neue IT-Mitarbeiter einstellen, um die Pandemie-bedingten neuen Technologien sowie die neuen Schwachstellen abzudecken.

Mehr noch: Unternehmen werden noch in den kommenden zwei Jahren mit einem höheren Risiko von Ransomware-Angriffen und Datenverlusten rechnen müssen. Das sind die zentralen Befunde des „Vulnerability Lag Report“, den der amerikanische Spezialisten für Daten-Lösungen Veritas Technologies kürzlich durchgeführt hat. „Kroker’s Look @ IT“ veröffentlicht die Ergebnisse der Studie heute exklusiv vorab.

Cloud-Umgebungen sind am anfälligsten für Schwachstellen: Fast zwei Drittel der Studienteilnehmer in Deutschland haben in der Pandemie neue Cloud-Funktionen oder Elemente ihrer Cloud-Infrastruktur über ihre ursprünglichen Vorhaben hinaus implementiert (64 Prozent).

Knapp die Hälfte der Befragten gab an, dass ihre Sicherheitsstrategie im Cloud-Bereich Lücken aufweist, das ist mehr als in jedem anderen Bereich. Zudem kämpfen 45 Prozent der deutschen Firmen mit der Einhaltung von Compliance-Vorschriften und anderen Regelungen – und damit mehr als der weltweite Durchschnitt.

Darüber hinaus sind sich die IT-Experten oft nicht sicher, welche Cloud-Lösungen in ihrem Unternehmen bereits eingesetzt werden. Lediglich zwei Drittel der Befragten waren in der Lage, die Anzahl der derzeit genutzten Cloud-Dienste genau anzugeben (66 Prozent).

Auch in Bezug auf die in den Unternehmen angesammelten Datenmengen herrscht Unklarheit. Laut Umfrage handelt es sich im Schnitt bei mehr als 30 Prozent der in einer Firma gespeicherten Daten um sogenannte „Dark Data“: Das bedeutet, dass ihr Inhalt und ihr Wert unbekannt sind. Damit nicht genug: Mehr als die Hälfte aller gespeicherten Informationen sind sogenannte ROT-Daten, also redundant, veraltet oder trivial (Redundant, Obsolete, Trivial – 55 Prozent)

Die Studie zeigt außerdem, welche Auswirkungen eine Sicherheitslücke auf den Geschäftsbetrieb des Unternehmens haben kann. So gaben acht von zehn Befragten an, dass ihr Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten unter Ausfällen zu leiden hatte (82 Prozent). Im Schnitt fiel jede Firma knapp zwei Ransomware-Attacken zum Opfer, die zu Ausfallzeiten führten. Unternehmen, die eigenen Angaben zufolge alle Sicherheitslücken schließen konnten, waren weltweit dagegen fünfmal weniger von Ransomware-Angriffen und damit verbundenen Ausfällen betroffen.

Weitere Zahlen & Fakten des Vulnerability Reports von Veritas in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Veritas

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