Fast drei Viertel der Deutschen fürchten, dass Fake News die Bundestagswahlen beeinflussen

Obwohl viele Bundesbürger eine Grundskepsis gegenüber Social Media und unbekannten Quellen haben, wenden sie Gegenchecks nur selten an.

Lügen, Verschwörungstheorien, manipulierte Fotos, Cybermobbing – Fake News und Falschinformationen sind kein neues Phänomen. Doch sie halten uns mehr denn je in Atem. So fürchten aktuell fast drei Viertel der Deutschen, dass gezielte Fake News die anstehenden Bundestagswahlen im September 2021 beeinflussen (72 Prozent).

Dies ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Datenanalyse-Anbieters Qlik mit Hauptsitz in Radnor im US-Bundesstaat Pennsylvania zum Thema Desinformation unter mehr als 2000 Bundesbürgern.

Zudem gehen mehr als sechs von zehn Befragten davon aus, dass Falschinformationen mit der zunehmenden Digitalisierung weiter um sich greifen werden (62 Prozent); jeder Zweite hält sie für eine große Gefahr für die Gesellschaft (52 Prozent).

Noch nie waren Informationen so leicht zugänglich wie im digitalen Zeitalter. Es gibt wohl kein Thema, zu dem im Internet nicht zahlreiche Videos, Texte und Fotos zu finden sind. Wie die Umfrage zeigt, glauben lediglich sieben Prozent der befragten Deutschen Informationen und Nachrichten, die sie in sozialen Netzwerken vorfinden. Das deckt sich mit ähnlich gelagerten Studien – wie erst kürzlich hier im Blog berichtet.

Knapp ein Viertel vertraut Informationen, die aus ihrem direkten persönlichen Umfeld stammen (24 Prozent). Generell stehen 55 Prozent der Befragten Informationen im Netz aus unbekannter Quelle kritisch gegenüber.

Die Umfrage zeigt allerdings auch, dass bei aller Skepsis Informationen aus dem Netz von den Befragten nur selten überprüft werden: Während immerhin noch 31 Prozent bei Statistiken und Studien eruieren, von wem und wie die Erhebung durchgeführt wurde, gab lediglich jeder vierte Studienteilnehmer an, dass er Faktenchecks von öffentlich-rechtlichen Medien oder von unabhängigen Organisationen nutzen, um Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen (24 Prozent).

Ebenfalls 24 Prozent werfen bei Webseiten einen prüfenden Blick auf das Impressum. Bei zweifelhaften Bildern greift allerdings nur jeder zehnte Befragten auf die Bilder-Rückwärtssuche zurück, um eine eventuelle Manipulation aufzudecken (10 Prozent).

Nach den wichtigsten Wegen befragt, auf denen die Bevölkerung im Umgang mit Daten und Informationen fit gemacht werden könne, steht für die Hälfte der Befragten die Eigenverantwortung an erster Stelle (49 Prozent). Sie halten es für die Aufgabe jedes Einzelnen, sich Daten- und Informationskompetenz anzueignen. Für 45 Prozent sollte das Thema fest in den Lehrplänen von Schulen verankert werden. 35 Prozent finden, Desinformation sollte Teil des Curriculums von Hochschulen und Universitäten sein.

Weitere Zahlen & Fakten zum Thema Desinformation und Datenkompetenz im Netz in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Qlik

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