Fast jeder zweite deutsche Verbraucher stellt Produktnutzung nach Datenschutzverletzung ein

Vertrauen ist für Marken und Unternehmen in der digitalen Welt schwerer aufzubauen – und gleichzeitig leichter zu verlieren.

Unternehmen und Marken stehen vor der Herausforderung, Vertrauen in einer digitalen Welt aufzubauen und zu erhalten. Denn das Bewusstsein der Verbraucher rund um den Globus für Datenmissbrauch steigt. So würden vier von fünf Verbrauchern in Deutschland keine Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder Produkte von einem Unternehmen kaufen, dem sie misstrauen (79  Prozent).

Mehr als die Hälfte der Deutschen haben zudem ernsthafte Vorbehalte, auf einer Website einzukaufen, von der sie zuvor noch nie gehört haben (51 Prozent). Das sind die wichtigsten Befunde eine Studie, die das Marktforschungsunternehmen YouGov im Auftrag des amerikanischen Anbieters von Zugangsmanagement-Lösungen Okta durchgeführt hat.

Für den Okta Digital Trust Index wurden mehr als 13.000 Büroangestellte befragt, darunter gut 2000 aus Deutschland. Die Studie zeigt, dass das Vertrauen für Marken und Unternehmen in der digitalen Welt schwerer aufzubauen – und gleichzeitig leichter zu verlieren ist. Schon kleine Fehler können der Reputation und dem Vertrauen schaden und Kunden davon abhalten, Dienstleistungen und Produkte eines Unternehmens in Anspruch zu nehmen.

So gaben fast drei von zehn deutschen Befragten an, dass sie schon einmal das Vertrauen in ein Unternehmen aufgrund einer Datenschutzverletzung oder eines Datenmissbrauchs verloren haben (29 Prozent)

Nach einem solchen Vorfall haben

  • fast die Hälfte der Befragten die Nutzung der Produkte oder Dienste des Unternehmens dauerhaft eingestellt (45 Prozent)
  • 43 Prozent ihr Konto bei dem Unternehmen gelöscht
  • 39 Prozent ihre Benutzereinstellungen geändert
  • 33 Prozent die App von ihrem Gerät gelöscht

Weiterhin gab mehr als ein Drittel der Befragten an, sich beim Surfen im Internet Sorgen um Datenschutzverletzungen zu machen (34 Prozent); 30 Prozent äußerten Vorbehalte gegenüber Websites, die zu viele persönliche Informationen abfragen.

Drei von zehn Befragten in Deutschland gaben an, dass sie einer digitalen Marke am ehesten aufgrund der Zuverlässigkeit des Services vertrauen (30 Prozent). Auch die Sicherheit ist für Kunden entscheidend: Fast ein Viertel gab an, dass sichere Login-Optionen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ihr Vertrauen stärken (22 Prozent).

Der weltweit am häufigsten genannte Grund für den Vertrauensverlust gegenüber einer Marke war neben Datenschutzverletzungen (14 Prozent) der vorsätzliche Missbrauch oder der Verkauf persönlicher Daten (38 Prozent), wobei die Befragten in Deutschland und dem Vereinigten Königreich im Ländervergleich mit 46 Prozent und 47 Prozent am kritischsten waren.

Weitere Zahlen & Fakten aus dem Digital Trust Index in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Okta

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