Zu den Top-Gründen für die Einführung agiler Methoden gehören die Erhöhung der Flexibilität vor der Erhöhung der Geschwindigkeit.
Organisationen, die auf Agilität setzen, können deutlich besser auf Veränderungen und Herausforderungen reagieren. Das zeigt sich gerade sehr deutlich in der Corona-Krise. Demnach ist der Umgang mit Veränderungen und Unsicherheiten für Organisationen, die Agilität bereits sehr stark in den Unternehmensalltag integriert haben, bereits Alltag – und sie sind dadurch krisenfester.
Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Agile Pulse 2020“ der Management- und Technologieberatung BearingPoint, in der die verschiedenen Dimensionen einer Organisation im Hinblick auf ihre agile Ausrichtung beleuchtet werden.

So setzen immer mehr Organisationen auf Agilität: So haben von den befragten Organisationen 62 Prozent in den vergangenen drei Jahren agile Methoden eingeführt. Weiterhin geben 20 Prozent an, dass agile Methoden bereits seit vier bis sechs Jahren in ihrer Organisation im Einsatz sind.
Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass sehr große Organisationen mit mehr als 5000 Mitarbeitenden dabei noch eher am Beginn ihrer agilen Reise stehen. Denn die Auswertung zeigt, dass Agilität hier vor allem in den vergangenen ein bis drei Jahren Einzug fand. In kleineren Organisationen mit weniger als 500 Mitarbeitenden fing der Einsatz agiler Arbeitsweisen dagegen schon früher an, teils vor über 10 Jahren.
Eine große Mehrheit der Befragten sieht agile Organisationen besser gerüstet, wenn schnell auf Veränderungen wie beispielsweise in Krisen reagiert werden muss (82 Prozent). Zudem geben sieben von zehn Befragten an, dass agile Organisationen im Vorteil sind, weil Mitarbeitende selbstorganisiertes Arbeiten gewohnt sind und daher auch remote effizient sein können (71 Prozent).
Wie die Umfrage, zeigt sich auch 2020, dass die Erwartungen an den Einsatz von Agilität berechtigt sind. Als „Top 5 Gründe für die Einführung agiler Methoden“ wurden die Erhöhung der Flexibilität (57 Prozent), die Erhöhung der Geschwindigkeit (49 Prozent), die stärkere Kundenzentrierung (38 Prozent), einfachere und schlankere Prozesse (31 Prozent) und die Verbesserung der Eigenverantwortung der Mitarbeitenden (17 Prozent) genannt.
Der Top-Grund „Erhöhung der Flexibilität“ wurde laut den Befragten im Vergleich mit anderen Zielen insgesamt am besten erreicht (50 Prozent). Wie die Studie ebenfalls zeigt, bewerten Führungskräfte und Nichtführungskräfte die Flexibilität ihres Unternehmens unterschiedlich. Während 39 Prozent der Führungskräfte angeben, ihr Unternehmen sei flexibel und könne sich schnell anpassen, sind es bei den Nicht-Führungskräften gerade einmal 20 Prozent, die diese Einschätzung teilen – ein Spannungsfeld, das Unternehmen durch mehr Transparenz entschärfen sollen.
Weitere Zahlen & Fakten zur Agilität in deutschen Unternehmen in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:
Quelle: BearingPoint
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