Vier von zehn deutschen Firmen betrachten sich als agil – im Vergleich zu einem Viertel 2019

Die Unternehmen in Deutschland nehmen sich deutlich agller wahr als noch vor einem Jahr, die Kundenorientierung bleibt aber noch ausbaufähig.

Gerade in der Corona-Pandemie zahlt sich Agilität für Unternehmen aus. In Unternehmen mit einer sehr hohen Agilität schätzen 21,1 Prozent der Befragten ihre Unternehmensumwelt als leichter vorhersagbar ein.

So fühlten sich Mitarbeitende agiler Unternehmen besser auf die Krise vorbereitet und konnten die Umstellung auf Remote Work schneller bewältigen. Das zeigt der diesjährige Future Organization Report von Campana & Schott und dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen. „Kroker’s Look @ IT“ veröffentlicht die Ergebnisse der Studie heute exklusiv vorab.

Demnach hat sich die wahrgenommene Agilität in den Unternehmen im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich von einem Durchschnittswert 4,7 auf 5,5 erhöht (auf einer Skala von 1 bis 7).

Dabei sehen Unternehmen Agilität nicht mehr nur als Trend, sondern als Grundlage für ihre künftige Entwicklung. 40,9 Prozent der Befragten empfinden die Agilität in ihrem Unternehmen als stark ausgeprägt – im Vergleich zu 27,5 Prozent im Vorjahr, siehe die damalige Studie ebenfalls hier bei mir Blog.

Die steigende Agilität äußert sich in einer ausgeprägten agilen Einstellung, über die bereits 72 Prozent der Teilnehmenden verfügen. Doch was bedeutet es das konkret? Die Befragten fühlen sich überwiegend agil, wenn sie sich auch ohne Kenntnis aller Anforderungen an neue Aufgaben herantrauen (85 Prozent), sich mit Veränderungen und Neuerungen wohlfühlen (83 Prozent) sowie flexibel gegenüber schnellen Wechseln sind (74 Prozent).

Zudem geben fast neun von zehn Befragten an, dass ihnen ihre Arbeit etwas bedeutet (86 Prozent). 84 Prozent können sich gut selbst organisieren, drei Viertel priorisieren ihre Aufgaben nach Nutzen (76 Prozent) und 71 Prozent fühlen sich selber befähigt, agil vorzugehen.

Ein zentraler Faktor von Agilität ist eine starke Kundenorientierung. Etwa 70 Prozent der Befragten sagen, dass ihr Unternehmen hauptsächlich existiert, um Kunden zu helfen. Zwei Drittel der Unternehmen ermitteln die Kundenzufriedenheit regelmäßig und systematisch. Aber es besteht noch Potenzial, da gerade die Hälfte der Befragten eine hohe Kundenorientierung im Unternehmen erkennt.

Obwohl bereits viele Daten zu Kunden vorliegen und regelmäßig erhoben werden, machen Unternehmen zu wenig daraus. Sie nehmen die Informationen zwar zur Kenntnis, setzen diese aber kaum in neue oder angepasste Produkte und Dienstleistungen um. Dabei liegt gerade in dieser Rückkoppelung ein entscheidender Wettbewerbvorteil für Unternehmen.

Weitere Zahlen & Fakten zum Thema Agilität von Unternehmen im deutschsprachigen Raum in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Campana Schott

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