Remote Work: Private Nutzung von Firmen-PCs hat sich verdoppelt

Die Anzahl der Personen, die außerhalb des Büros arbeiten, hat sich Corona-bedingt mehr als verdoppelt – und liegt nun bei 64 Prozent.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse durch die Corona-Pandemie lautet bekanntlich: Die Heimarbeit via Videokonferenzen und virtuellen Collaborationstools hat sich bewährt – und wird mutmaßlich auch nach dem Ende der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen bestand haben – Stichwort neue Normalität.

Unter anderem deshalb verschwimmen die Grenzen zwischen der privaten und beruflichen Nutzung von gemanagten Geräten immer mehr: Im letzten halben Jahr hat sich als Folge der COVID-19-Pandemie die private Nutzung dieser Geräte verdoppelt. Dabei werden sie offensichtlich auch mit anderen geteilt und beispielsweise zum Homeschooling eingesetzt – mit potenziell gravierenden Folgen für die Sicherheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Cloud-Security-Spezialisten Netskope, deren Ergebnisse „Kroker’s Look @ IT“ heute exklusiv vorab präsentiert.

Die Studie analysiert die wesentlichen Trends des ersten Halbjahrs 2020 zur Nutzung von Cloud-Diensten und -Apps in Unternehmen sowie zu Web- und Cloud-basierten Bedrohungen. Neben dem offensichtlichen Trend zum Homeoffice (Steigerung um 148 Prozent) zeigt der Bericht auf der Grundlage anonymisierter Daten von Millionen von Benutzern weltweit auch, dass Angreifer weiterhin stark auf die Cloud als Angriffsvektor setzen.

Wenig überraschend hat Corona wesentlich zur Beschleunigung der Remote Work beigetragen. Die Anzahl der Personen, die außerhalb des Büros arbeiten, hat sich mehr als verdoppelt und liegt nun bei 64 Prozent. Damit einhergehend stieg auch die Nutzung von Collaboration-Anwendungen: Während die Userzahl um 20 Prozent wuchs, hat der Umfang der tatsächlichen Nutzung der Collaboration-Anwendungen um 80 Prozent zugenommen. Dies bedeutet, dass auch die bestehenden Anwender ihre Aktivitäten erheblich gesteigert haben, um mit ihren Kollegen in Kontakt zu bleiben.

Der private Gebrauch von Geräten hat sich fast verdoppelt (plus 97 Prozent), die Nutzung riskanter Apps und Websites stieg gar um 161 Prozent. Mit zunehmender Gewöhnung der Mitarbeiter an die Fernarbeit verschwimmen die Grenzen zwischen geschäftlichem und privatem Gebrauch, da die Mitarbeiter ihre Geräte immer häufiger für private Zwecke nutzen, sie offensichtlich auch anderen Familienmitgliedern zur Verfügung stellen und riskante Aktivitäten ausführen.

So haben die Netscope-Analysten festgestellt, dass der Datenverkehr auf Websites mit nicht jugendfreien Inhalten um 600 Prozent gestiegen ist. Zudem haben sieben Prozent der Nutzer sensible Unternehmensdaten in persönliche Instanzen von Cloud-Anwendungen hochgeladen. Dadurch sind diese Daten der Gefahr einer unangemessenen Nutzung und des Diebstahls ausgesetzt.

Die Nutzung der Cloud als Angriffsvektor durch Cyberkriminelle nimmt weiter zu. Dabei sind Cloud-Phishing und die Verbreitung von Malware über die Cloud die am häufigsten verwendeten Techniken. Im Jahr 2020 wurden 63 Prozent der Malware über Cloud-Anwendungen verbreitet. Dies entspricht einem Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2019. Die Cloud-Anwendungen und -Dienste, von denen Netskope die häufigsten Malware-Downloads blockierte, waren

  1. Microsoft Office 365 OneDrive for Business
  2. Sharepoint
  3. Box
  4. Google Drive
  5. Amazon S3

Weitere Zahlen & Fakten rund um Remote Work in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Netscope

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