Für 8 von 10 deutschen Firmen ist Technologie untrennbarer Bestandteil der Gesellschaft

Für die Unternehmen kommt es jetzt darauf an, das in der Corona-Krise geborene Tempo und die gewachsene Bereitschaft zu Veränderungen durch neue Technologien wie etwa künstliche Intelligenz beizubehalten.

Das Corona-Virus hat in den vergangenen Monaten technologische Trends relevanter und dringlicher gemacht als zuvor. Entwicklungen wurden beschleunigt, auch weil die Pandemie gezeigt hat, wo viele Unternehmen der Schuh drückt.

Für acht von zehn deutschen IT- und Business-Entscheidern ist Technologie inzwischen zu einem untrennbaren Bestandteil unserer Gesellschaft geworden (83 Prozent). Zu diesem Ergebnis kam die „Technology Vision“-Studie des Beratungsunternehmens Accenture. Die 20. Ausgabe der jährlich erscheinenden Studie zeigt die wichtigsten Trends auf, die in den kommenden drei Jahren Unternehmen neu definieren werden.

Im Rahmen der diesjährigen Studie befragte Accenture zudem 2000 Verbraucher (je 500 in China, Indien, Großbritannien und den USA), von denen 70 Prozent der Auffassung sind, dass Technologie in den nächsten drei Jahren stärker respektive deutlich stärker in den Vordergrund ihres Lebens rücken wird.

Der akute, unmittelbare Bedarf an technologischen Innovationen ist allerdings nur die eine Seite der Gleichung. Für die Unternehmen kommt es darauf an, das in der Krise geborene Tempo und die gewachsene Bereitschaft zu Veränderungen beizubehalten.

Die Studie identifiziert fünf Schlüsseltrends, die Unternehmen in den nächsten drei Jahren angehen müssen, um nicht nur den Tech-Clash zu entschärfen, sondern auch um neue Geschäftswerte zu realisieren, die unter anderem durch stärkere, vertrauensvollere Beziehungen zu den Stakeholdern vorangetrieben werden:

  • The I in Experience: Unternehmen werden personalisierte Erlebnisse schaffen müssen, die die Handlungsfähigkeit und Wahlmöglichkeiten des Einzelnen erweitern. Durch Zusammenarbeit wird ein passives Publikum zu aktiven Teilnehmern. Drei Viertel der in Deutschland Befragten denken, dass Unternehmen in diesem neuen Jahrzehnt nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie ihre Beziehungen zu ihren Kunden als eine Partnerschaft ausbauen (76 Prozent). Sieben von zehn deutschen Führungskräften sind sich zudem einig, dass Organisationen die Erfahrungen, die Technologie und Menschen zusammenbringen, dramatisch umgestalten müssen, und zwar auf eine menschlichere Art und Weise (70 Prozent).
  • AI and Me: Künstliche Intelligenz (KI) sollte den Menschen bei seiner Arbeit unterstützen und nicht als Sicherheitsnetz für die Automatisierung fungieren. Die Fähigkeiten der Technologie entwickeln sich stetig weiter. Daher ist es unerlässlich, dass Unternehmen auch die Art und Weise, wie sie arbeiten, überdenken. Sie sollten KI zu einem generativen Teil ihrer Prozesse machen – mit Vertrauen und Transparenz im Mittelpunkt. 36 Prozent der deutschen Unternehmen gaben an, bereits inklusive oder humanzentrierte Ansätze zu nutzen, um die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine zu unterstützen.
  • The Dilemma of Smart Things: In einer Welt, die in eine Art dauerhafte Betaphase eintritt, werden Besitzansprüche von einzelnen Produkten hinterfragt. Da Unternehmen anstreben eine neue Generation von Produkten, getrieben von digitalen Erlebnissen, einzuführen, wird die Auseinandersetzung mit dieser neuen Realität erfolgsentscheidend. 63 Prozent der deutschen Führungskräfte gaben an, dass die vernetzten Produkte und Dienstleistungen ihres Unternehmens in den nächsten drei Jahren mehr oder deutlich mehr Updates erhalten werden.
  • Robots in the Wild: Robotik ist nicht länger nur auf Lager oder Fabrikhallen beschränkt. 5G beschleunigt diesen rasch wachsenden Trend, sodass jedes Unternehmen seine Zukunft mit Blick auf die Robotertechnik neu überdenken sollte. Führungskräfte sind sich jedoch uneinig, wie ihre Mitarbeitenden die Technologie annehmen werden: 41 Prozent sagen, dass der Umgang mit der Robotik für ihre Mitarbeitenden herausfordernd sein wird. 59 Prozent glauben hingegen, dass sich ihre Mitarbeitenden mit der neuen Technologie leicht tun werden.
  • Innovations-DNA: Unternehmen haben Zugang zu einer noch nie dagewesenen Menge an disruptiver Technologie, wie etwa Distributed Ledger, KI, Extended Reality und Quantencomputing. Damit Unternehmen diese entsprechend handhaben können und sich gleichzeitig mit der geforderten Geschwindigkeit der Märkte weiterentwickeln, benötigen sie ihre eigene, einzigartige Innovations-DNA. Fast drei Viertel (72 Prozent) der Führungskräfte sind sich sicher, dass der Einsatz für Innovation noch nie so hoch war wie heute. Um es „richtig“ zu machen, müssen neue Wege beschritten werden – mit Partnern aus dem Ökosystem und mit Dritten.

Weitere Zahlen & Fakten aus der Technology-Vision-2020-Studie in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Accenture

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