Trend zum Dauer-Daddeln: Online-Gamer spielen mehr als 4,5 Stunden am Stück

Deutschland liegt beim weltweiten Ranking der Binge Gamer hinter Japan auf dem zweiten Platz – mit knapp über fünf Stunden Spielzeit.

Nicht nur Binge Watching – also das Komaglotzen von Serienmarathons auf Streamingportalen wie Netflix oder Amazon Prime – nimmt in Zeiten der Corona-Krise derart ungeahnte Ausmaße an, dass die EU-Kommission die Anbieter bereits zu Bandbreitenbeschränkungen gedrängt hat, wie Anfang der Woche berichtet.

Auch das Daddel-Pendant Binge Gaming nimmt weltweit zu: Im Schnitt spielen Gamer vier Stunden und 36 Minuten am Stück –  ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist der zentrale Befund des neuen „State of Online Gaming“ Reports, den der US-Cloud-Spezialist Limelight Networks jetzt veröffentlicht hat.

Gerade bei jungen Spielern hat sich Dauer-Daddeln zum Trend entwickelt: Die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen zockt im Schnitt sechs Stunden und 34 Minuten ohne Unterbrechung. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Japan liegt beim Binge Gaming über alle Altersstufen mit mehr als fünfeinhalb Stunden weltweit auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von Deutschland mit knapp über fünf Stunden. Acht Prozent der deutschen Gamer haben bereits mehr als 15 Stunden am Stück gespielt.

Das Spielen am Smartphone legt weltweit um 13 Prozent zu – damit zählt das Handy zum meistgenutzten Endgerät. Auch das Interesse an Gaming-Diensten ohne Konsolen hat stark zugenommen: Weltweit 44 Prozent der Befragten denken mittlerweile über ein Abonnement nach. In Indien ist die Nachfrage mit 83 Prozent besonders hoch, in Deutschland liegt sie bei 33 Prozent.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Preis & Leistung sind ausschlaggebend bei Spielen ohne Daddel-Box: Besonders hoch ist das Interesse bei Gamern, die sich selbst als Experten bezeichnen (71 Prozent) und den angehenden professionellen Spieler (77 Prozent). Allerdings halten hohe Preise (57 Prozent) und Performance-Probleme wie Latenzzeiten (20 Prozent) viele Spieler von einem Abo-Abschluss ab. In Deutschland sind diese Zahlen ähnlich: Jeder Zweite hält den Preis für zu hoch (49 Prozent), jeder Fünfte befürchten Performance-Einbußen (21 Prozent).
  • Speziell junge Gamer schauen anderen gerne beim Zocken zu – zum Teil, um selbst Profi zu werden. Spieler im Alter von 18 bis 25 Jahren sehen anderen Gamern über Streaming-Plattformen wie Twitch oder YouTube Gaming mehr als vier Stunden die Woche zu. Weltweit 53 Prozent würden ihr Hobby darüber hinaus gerne zum Beruf machen.
  • Gaming wird vielen anderen Aktivitäten vorgezogen. Mehr als die Hälfte der weltweit Befragten (55 Prozent) haben für das Spielen schon einmal auf Schlaf verzichtet. Von den Deutschen gab dies jeder Zweite an (49 Prozent). Vor allem die jüngeren Gamer nehmen sich häufig keine Zeit mehr zum regelmäßigen Essen und Duschen (39 Prozent beziehungsweise 35 Prozent).
  • Eine miese Download-Geschwindigkeit sorgt vor allem bei Hardcore-Gamern für Frustration: 87 Prozent der Befragten nervt der Prozess des Herunterladens von Spielen. Fast ein Drittel nannte lange Download-Zeiten als Grund. Das gilt vor allem für Gaming-Experten (41 Prozent) und angehende Profis (58 Prozent).

Die wichtigsten Trends im Online Gaming 2020 für Deutschland gibt’s zusammengefasst in der folgenden Infografik:

Quelle: Limelight

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