Bluetooth statt GPS: 1,7 Milliarden Geräte mit Indoor-Navigation bis 2023

Was das GPS für den Autoverkehr ist, könnte Bluetooth für Personen und Waren in Innenräumen werden – ein Navigationssystem für Innenräume.

Ob in Museen, Einkaufszentren, Flughäfen oder einer Maschinenhalle: Alle Konzepte für smarte Städte, Gebäude und Fabriken basieren auf der präzisen Lokalisierung von Wegen, Waren oder Menschen. Das Problem: In Gebäuden funktioniert das bekannte GPS wegen der fehlenden Verbindung zu den entsprechenden Satelliten nicht.

Hier soll in Zukunft der von Smartphones und Laptops bekannte Funkstandard Bluetooth für Abhilfe sorgen: Was das GPS für den Autoverkehr ist, könnte Bluetooth für Personen und Waren in Innenräumen werden – für Smart City, in der Industrie 4.0 oder im Internet of Things.

Zu diesem Zweck hat kürzlich die Bluetooth Special Interest Group (SIG) ihre aktuelle Bluetooth-Version 5 um eine Peilungsfunktion ergänzt, die noch genauere Standortdienste und neue Anwendungen möglich macht. Sie erlaubt die Entwicklung von Näherungslösungen inklusive Richtungsanzeige, als auch von professionellen Ortungssystemen, die eine Genauigkeit von weniger als einem Meter erreichen.

Der Bedarf an entsprechenden Innenraum-Lösungen soll in Zukunft sprunghaft zulegen: So gehen Analysten des US-Marktforschers ABI Research davon aus, dass bis zum Jahr 2023 mehr als 430 Millionen Bluetooth-Produkte in diesem Bereich jährlich abgesetzt werden – eine 6-fache Steigerung im Vergleich zu heute.

Insgesamt sollen bis 2023 bereits 1,7 Milliarden Mobilgeräte aktiv in Bluetooth-Standortdienste eingebunden sein. Dies ermöglicht Ortungsdienste in großem Maßstab – von der Indoor-Navigation über Artikelsuche bis zur Zugangskontrolle, etwa bei folgenden Einsatzmöglichkeiten…

… für smarte Städte:

  • In Museen erhalten Besucher Hintergrundinformationen zu den Exponaten direkt auf ihr Handy.
  • Personen finden sich in öffentlichen Gebäuden oder auf Flughäfen besser zurecht.
  • Mobile Gegenstände wie Gepäckwagen oder Rollstühle lassen sich schnell orten.
  • In Krankenhäusern lokalisieren Ärzte und Pfleger präzise den Standort von Notfallequipment oder den Aufenthalt dementer Patienten.

… für smarte Fabriken und Geschäfte:

  • Hersteller überwachen den Materialeingang im Lager, bestimmen den Ort von Kanban-Behältern auf dem Weg zur Maschine oder steuern die Warenentnahme aus dem Hochregallager.
  • Geofencing stellt sicher, dass Mitarbeiter keine gefährlichen Arbeitsbereiche betreten.
  • In Kaufhäusern und Restaurants empfangen Kunden Informationen zu Rabatten, Werbeaktionen oder der Speisekarte beim Näherkommen auf ihr Smartphone.

… für die Gebäudeautomation und das Smart Home :

  • Nur berechtigte Besucher erhalten Zutritt zu bestimmten Bereichen eines Gebäudes.
  • Notfallteams orten verunglückte Personen in komplexen Gebäuden exakt.
  • Bewohner finden Gegenstände leichter wieder oder öffnen Türen bei Annäherung sicher.

Weitere Infos rumd um Bluetooth-Standortdienste in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Bluetooth SIG

Verwandte Artikel:

Wie Unternehmen mobiles Marketing zu ihrem Vorteil einsetzen können

2018, das Jahr des Internet of Things – und die 6 wichtigsten IoT-Trends

7 Tipps für das mobile Marketing im Jahr 2018

9 von 10 Fertigungs-Firmen wollen Produkte und Containter GPS-verfolgen

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*