Zwei Drittel der deutschen Firmen erledigen Compliance im internationalen Handel per Hand

Weil viele Unternehmen die Einhaltung rechtlicher Vorgaben im Im- und Export noch händisch abwickeln, hat sich Compliance zum Zeitfresser entwickelt.

Das Thema Compliance im internationalen Handel läuft in vielen Unternehmen noch weitgehend händisch und analog ab. Fast zwei Drittel aller deutschen Unternehmen stellen die Einhaltung rechtlicher Vorgaben bei Import und Export noch immer auf manuellem Wege sicher (64 Prozent).

Das ist das zentrale Ergebnis eine neue Studie des britischen Anbieters von Unternehmenssoftware Sage, mit der die Handelsaktivitäten von Unternehmen weltweit analysiert wurden.

Nur drei von zehn Unternehmen haben hierzulande Compliance-fähige Software im Einsatz, mit der diese Aufgaben IT-gestützt erledigt werden (31 Prozent). Dies ist der zweitniedrigste Anteil aller untersuchten Länder nach Großbritannien.

Wenig verwunderlich also, dass sich Compliance zu einem regelrechten Zeitfresser entwickelt hat: Vier von zehn Firmen in Deutschland verbringen 50 oder mehr Stunden pro Woche allein damit sicherzustellen, dass alle Handelsaktivitäten mit den einschlägigen Rechtsvorschriften übereinstimmen (42 Prozent).

Dies ist gemeinsam mit Australien der zweithöchste Wert im internationalen Vergleich (ebenfalls 42 Prozent). Nur in den USA haben mit 45 Prozent noch mehr Unternehmen ähnlich hohe Zeitverluste bei der Abwicklung dieser Aufgaben.

Bei der Betrachtung aller Länder zeigt sich, dass die Vorteile von IT-Systemen bei der Aus- und Einfuhr von Gütern vor allem von größeren Unternehmen genutzt werden. Über die Hälfte aller Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern haben Software im Einsatz, die dazu beiträgt, Handelsaktivitäten zu erleichtern (53 Prozent). Bei mittleren Betrieben sind es weltweit etwas weniger als die Hälfte (43 Prozent), bei kleinen Unternehmen nur etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent).

Ein Drittel aller Betriebe setzt global betrachtet bereits auf Cloud-basierte Tools zur Erleichterung des internationalen Handels (33 Prozent). In Deutschland ist der Anteil mit 22 Prozent der zweitniedrigste weltweit. Nur in den USA nutzen mit 20 Prozent noch weniger Unternehmen die Cloud bei der Abwicklung ihrer Handelsaktivitäten.

Für die Studie haben die Meinungsforscher von YouGov im April 2019 im Auftrag von Sage knapp 3000 Unternehmensentscheider im Rahmen einer Online-Umfrage befragt. Zu den untersuchten Märkten gehörten das Vereinigte Königreich, USA, Kanada, Australien, Irland, Deutschland, Spanien, Frankreich, Brasilien, Malaysia, Südafrika und die Schweiz. Für die Untersuchung wurden kleine (6-49 Mitarbeiter), mittlere (50-249 Mitarbeiter) und große (250+ Mitarbeiter) befragt.

Weitere Ergebnisse zum Thema Compliance im internationalen Handel in der folgenden Infografik:

Quelle: Sage

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