Digitale Transformation: Jeder zehnte deutsche Beschäftigte kennt den Begriff nicht

Die Digitalisierungs-Kenntnisse der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen reichen von sehr präzisen Einschätzungen bis hin zu Unkenntnis des Begriffs.

Oberflächlich betrachtet ist die digitale Transformation in aller Munde. Doch ein wichtiges Indiz dafür, wie weit die Digitalisierung bereits in den Unternehmen angekommen ist, liegt bei den Mitarbeitern: Doch wissen diejenigen, die von diesem Veränderungsprozess letztendlich profitieren sollen, was damit genau gemeint ist?

Um das entsprechende Know-how ist es hierzulande noch immer nicht gut bestellt: So kennt jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland den Begriff „digitale Transformation“ nicht. Das ist einer der zentralen  Befunde einer Umfrage des amerikanischen Tech-Anbieters Cherwell Software, Spezialist für IT-Service-Management-Lösungen. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse der Studie heute exklusiv vorab.

Laut der Befragung unter 555 Arbeitnehmer aus 13 verschiedenen Branchen in Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern reichen die Kenntnisse von sehr präzisen Einschätzungen bis hin zu völliger Unkenntnis des Begriffes. Hier die Befragungsergebnisse als Ranking:

  1.  Einsatz von Technologien zur Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen, um Wachstum und Effizienz zu fördern (24 Prozent)
  2. IT-Automatisierung, das heißt Automatisierung manueller Prozesse, Ausfüllen von Formularen und Ähnliches (21 Prozent)
  3. Entwicklung hin zu einem papierfreien Büro (15 Prozent)
  4. Die Nutzung von Robotern oder KI (12 Prozent)
  5. IT und/oder Daten in die Cloud oder auf mobile Geräte auslagern (10 Prozent)
  6. Ich weiß es nicht (10 Prozent)
  7. Nichts davon (5 Prozent)
  8. Einen Webauftritt für das Unternehmen erstellen (3 Prozent)

Ihren Arbeitgebern attestieren die Teilnehmer der Studie unterm Strich erstaunlich wenig Innovationsfreude. Nur sieben Prozent würden ihren Arbeitgeber als Innovator bezeichnen, wenn es um die Einführung neuer Technologien zur Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen geht. 18 Prozent zählen ihr Unternehmen zu den „Early Adoptern“, die neue Technologien regelmäßig sehr früh anwenden.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) wartet, bis Technologie allgemein verfügbar ist (30 Prozent) oder bereits flächendeckend eingesetzt wird (25 Prozent). Mehr als jeder zehnte sieht sein Unternehmen als Nachzügler, die stets spät dran sind bei der Nutzung neuer Technologien (11 Prozent).

Auch das Change Management – also die Begleitung des Transformationsprozesses bei der Einführung neuer Technologien durch das Unternehmen – ist sehr unterschiedlich. Bei sehr jungen Unternehmen, die erst ein bis zwei Jahre am Markt sind, finden Mitarbeiter das Change Management ihres Arbeitgebers zu 100 Prozent sehr gut oder gut.

Auch Unternehmen, die bis zu zehn Jahre alt sind, erhalten hier stark positive Werte um die 80 Prozent-Marke. Eine deutlich negativere Bewertung erfahren hier vor allem Unternehmen, die länger als zehn Jahre existieren. Hier wird es nur zu durchschnittlich 68 Prozent positiv eingeschätzt.

Weitere Zahlen & Fakten zur Bewertung der digitalen Transformation durch die Beschäftigen in Deutschen Unternehmen in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Cherwell

Verwandte Artikel:

Junge Berufstätige sehen höheren Modernisierungsbedarf am Arbeitsplatz als ältere

Ineffiziente Verwaltung kostet deutsche Wirtschaft 2019 rund 30 Milliarden Euro

9 von 10 Unternehmen in Deutschland automatisieren wichtige Geschäftsprozesse

Herausforderungen für die Digitalisierung: mobile Mitarbeiter & Remote-Zugriff

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*