Vergesst Multitasking: Zu viele Dinge gleichzeitig erledigen ist größter Bremsklotz

Fast jeder zweite Büroangestellte ist vom Multitasking überfordert; weitere Produktivitätskiller sind zu viele E-Mails und ineffiziente Meetings.

Dass das Büro und dessen IT-Ausstattung ein wichtiger Treiber der digitalen Transformation in Unternehmen sind, habe ich  hier im Blog schon desöfteren beschrieben. So erwartet etwa ein Drittel ein der Deutschen bis zum Jahr 2020 ein komplett vernetztes Büro.

Bleibt die Frage, ob das die Menschen wirklich produktiver macht. Ein Indiz in diese Richtung gibt eine Befragung, die der Anbieter von Projektmanagement- und Collaboration-Software Wrike mit Hauptsitz in Mountain View/Kalifornien bei Büroangestellten in Deutschland, Großbritannien und Frankreich durchgeführt hat.

Wichtigstes Ergebnis der Studie zu den wichtigsten Produktivitätskillern am Arbeitsplatz: Zu viele Dinge gleichzeitig erledigen ist der größte Bremsklotz im Arbeitsalltag deutscher Büroangestellter: Fast jeder Zweite ist demnach vom Multitasking überfordert (47 Prozent). Auf den Plätzen folgen „zu viele E-Mails“ bei 40 Prozent der Befragten sowie weitere 35 Prozent, die sich über zu viele ineffiziente Meetings beklagen.

Auffällig: Den IT-bezogene Produktivitätskiller „nicht auffindbare Informationen“ nennt dagegen gerade mal jeder vierte Deutsche als Problem (23 Prozent). Dennoch sehen viele Befragte bei der Optimierung ihrer eigenen Produktivität noch Raum für Verbesserungen: So sind nur 18 Prozent der Befragten der Meinung, bereits ihr volles Produktivitäts-Potential auszuschöpfen.

Bemerkenswert ist zudem, dass nicht alle Mitarbeiter gleich stark von den Negativfaktoren beeinträchtigt sind: Frauen leiden mehr unter schlechter Kommunikation als die männlichen Kollegen. Männer wiederum empfinden ineffiziente Meetings deutlich belastender als Frauen. Auch mit der E-Mail-Flut haben Männer anscheinend stärker zu kämpfen und gaben dies häufiger als Produktivitätshemmnis an.

Auf die Frage, ob die Arbeitsbelastung im Vergleich zu Vorjahr zugenommen hätte, antwortete ein Viertel der Befragten in Deutschland, dass sie „signifikant zugenommen“ hätte (Großbritannien: 20 Prozent, Frankreich 32 Prozent). Für 47 Prozent der Deutschen ist sie „leicht angestiegen“ (Großbritannien: 38 Prozent, Frankreich: 45 Prozent).

Für den „Digital Work Report 2016“ hat Wrike insgesamt 3.000 Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte in Deutschland, Großbritannien und Frankreich befragt; 1.000 davon in Deutschland.

Weitere Ergebnisse der Studie in der folgenden Infografik:

Quelle: Wrike

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Alle Kommentare [4]

  1. Zu einem gewissen Zeitpunkt kommt jeder Mensch an einem Punkt, wo er mit den gestellten Aufgaben überfordert ist. Wichtig ist es, dies zu erkennen und offen, wenn notwendig, auf der Arbeit anzusprechen.

  2. Das ist wirklich eine interessante Studie! Vermutlich kommt das auch immer auf die Person selbst an. Manche Leute sind eventuell einfach multitaskingfähiger als andere. Es geht ja auch jeder Mensch ein wenig anders mit Stress bei der Arbeit um.