Wegen vieler Spam-Accounts: #Twitter-Hashtags lohnen sich für Unternehmen oftmals nicht

Lohnt sich die Verwendung von Schlagworten wie #Advertising oder #Sales auf Twitter? Eher nicht, so eine Analyse von knapp 140.000 Tweets.

Eigentlich wird das Raute-Symbol „#“ – inzwischen vor allem Hashtag genannt – sehr direkt mit sozialen Netzwerken assoziert. Dies hat erst Ende 2015 eine Studie ergeben: Demnach kennen 8 von 10 Deutschen kennen den #Hashtag – und zwei Drittel denken bei ihm vor allem an Twitter.

Das wundert nicht, schließlich haben Hashtags vor allem mit dem Aufkommen des Kurznachrichtendienstes Twitter ab 2007 einen regelrechten Boom erfahren, wie ein Blick auf die Hashtag-Geschichte beweist.

Aus diesem Grund sind Hashtags längst eines der beliebtesten Tools auf Twitter, sei es bei Sportveranstaltungen wie jüngst den Olympischen Spielen unter #Rio2016 oder als allwöchentliches Krimiritual beim sonntäglichen #Tatort.

Bleibt die Frage, wie sinnvoll die Nutzung von Hashtags für Unternehmen ist. Genau dieser Frage ist Ryan McCready vom amerikanischen Infografik-Tool Venngage.com kürzlich nachgegangen.

Dazu hat McCready rund 137.000 Tweets in einer Zeitperiode von sieben Tagen analyisert. Sein ernüchterndes Fazit: Hashtags lohnen sich meist nicht – vor allem für die Marketingzwecke von Unternehmen.

Dafür gibt es laut McCready vor allem einen Grund: Das Spam-Problem – und das gleich auf mehrfache Weise: Zum einen sind nur überhaupt ein gutes Drittel aller analysierten Accounts „real“ zu sein – das bedeuetet, sie weisen organische Follower-Zahlen sowie ein unauffälliges Verhalten beim Teilen und Liken von Tweets auf (35,5 Prozent).

Fast 57 Prozent der Accounts sind dagegen mindestens „fragwürdig“, weil sie etwa eine hohe Rate von Followings zu Followern haben – laut McCready folgen solche Accounts im Schnitt vier mal so vielen Twitterern, wie diese umgekehrt ihnen folgen. Weitere knapp acht Prozent sind sogenannte ZeroFollowings, die niemandem folgen, aber 1000 und mehr Tweets im Monat versenden – auch Retweet-Farms genannt.

Diese Verteilung führt zum anderen dazu, dass gerade Business-bezogene Hashtags besonders Spam-gefährdet sind: Dazu hat McCready wichtige Schlagworte wie #Advertising, #Business, #Marketing oder #Sales hinsichtlich der drei verschiedenen Twitter-Grundtypen untersucht. Nur zwischen einem Viertel und maximal der Hälfte der Tweets mit solchen Hashtags stammte von „real“ einzuordnenden Konten.

Dadurch sind gerade viele für Unternehmen wichtige Schlagworte extrem von Spam verseucht – und lohnen sich im Grunde nicht wirklich. Etwas anderes ist die Nutzung von Hashtags in der Kommunikation und für gewisse Bündelzwecke, so jedenfalls meine eigene Beobachtung in mehr als sieben Jahren Twitterei – aber ohne eigene Messung.

Quelle: Venngage

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