Digitalisierung: 6 von 10 IT-Managern erwarten Ende der eigenständigen IT-Abteilung bis 2019

Viele IT-Verantwortliche fürchten, dass die Bedeutung der IT-Organisation in den kommenden drei Jahre deutlich abnimmt. Schon heute ist der Zustand düster.

Einen spannenden, aber bisher wenig beachteten Aspekt bei der digitalen Transformation hat der amerikanische Hard- und Software-Anbieter EMC in einer kürzlich veröffentlichten Studie näher beleuchtet: Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die IT-Abteilungen in den Unternehmen.

Demnach hat die Mehrzahl der IT-Verantwortlichen große Bedenken hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit ihrer IT-Organisation: Fast 6 von 10 CIOs erwarten sogar, dass ihre IT-Organisation als unabhängige Einheit bis 2019 weitgehend verschwunden sein könnte (58 Prozent). In Deutschland ist der Anteil der Schwarzsehen mit 37 Prozent überraschenderweise deutlich geringer.

Hauptgrund für jene Skepsis ist der anhaltende Trend in Richtung Cloud Computing: In den kommenden drei Jahren könnten Cloud- und anderen Outsourcing-Dienstleister sämtliche oder zumindest ein Großteil der Aufgaben der internen IT-Abteilungen übernehmen.

Schon heute malen die Studienteilnehmer ein eher düsteres Bild vom Zustand der IT: Etwas mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass die IT die Innovationskraft von Unternehmen eher beschränkt, als sie zu fördern (Deutschland: 33 Prozent).

Mehr noch: Fast zwei Drittel der Befragten nehmen an, dass sich dies in Zukunft noch verschlimmern könnte: Weiteres Unternehmenswachstum und steigende Anforderungen etwa an die Entwicklungs- und Bereitstellungsgeschwindigkeit würden die IT künftig derart überfordern, dass Einbußen bei Qualität und Kundenzufriedenheit nicht mehr auszuschließen wären (63 Prozent; in Deutschland 61 Prozent).

Das amerikanische Marktforschungshaus Arlington Research hat im Auftrag von EMC für die Untersuchung „Endangered IT“ insgesamt 2.741 Entscheider aus der IT (50 Prozent) sowie Business-Manager (50 Prozent) von Unternehmen in 13 Ländern befragt. Die komplette Studie kann man hier herunterladen.

Die wichtigsten Studienergebnisse gibt’s zudem zusammengefasst in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: EMC

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Alle Kommentare [3]

  1. > dass die IT die Innovationskraft von Unternehmen eher beschränkt, als sie zu fördern

    Dass die Spacken aus dem Management so denken kann ich mir allerdings auch sehr gut vorstellen. Noch mal zum Mitschreiben, ja, (echte, produktive) Arbeit kostet Zeit, macht Arbeit und die ist aufwendig und unbequem. Fähige IT’ler sind in der Regel Leute, die ihren Kopf zum Denken benutzen, in unserer hippen, „innovativen“ Gesellschaft, scheint das nicht mehr zeitgemäß zu sein. Liebe irgendwelche Wolkenschlösser und Marketingmaßnahmen zusammenspinnen, die Umsetzung kann ja dann sonstwer machen.

  2. Dann haben die Damen und Herren IT im 21Jhd. nicht verstanden. Die Cloud ist kein nebuloeses Wunderding, dass Wuensche auf zauberhafte Weise manifestiert. IT (auch In-House) ist mehr als der stupide Erfuellungsgehilfe, als der er anscheinend von anderen Bereichen verstanden wird…auch hier buendelt sich Prozess-KnowHow UND Innovation. Habe ich nicht erst vor kurzem gelesen, dass Zalando seine Entwicklungsabteilung massiv aufstocken will?!

  3. Wenn die Daten erstmal weg sind, dann wird sich zeigen dass sie vielleicht geCLOUD wurden.
    Dann ist das Geheule bei den sogenannten „Endscheidern“ groß.
    Ab gesehen, kann JEDER solche nichtssagenden Studien ebenso in Auftrag geben, mit einem vollkommen umgekehrtem Ergebnis.

    Think further…or let it be