Der Netflix-Effekt in Europa: Internet-TV wächst um eine Million Abonnenten, Pay-TV stagniert

Das Wachstum beim Bezahl-TV ist auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen. IPTV-Anbieter wie Netflix profitieren dagegen von der Digitalisierung.

Der Markteinstieg von Netflix in Europa vor gut einem Jahr spiegelt sich inzwischen auch in den Zahlen der hiesigen Pay-TV-Sender wider: Dies ist das zentrale Ergebnis einer jüngst vom britischen Marktforschungsunternehmen IHS veröffentlichten Studie.

Demnach ist die Wachstumsrate im europäischen Markt für Pay-TV im zweiten Quartal 2015 auf nur noch 0,4 Prozent gefallen – das ist laut IHS der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Oder anders ausgedrückt: Das Geschäft mit Bezahl-TV stagniert.

Genauer gesagt: Das klassische Pay-TV, wie es hierzulande etwa Sky Deutschland anbietet. Zwar konnte die Kette in Deutschland und Großbritannien zwischen Juli und September noch Abonnenten hinzugewinnen. In vielen anderen Ländern Europas hat das Bezahlfernsehen aber bereits die Marktsättigung erreicht.

Ganz ähnlich die Situation bei den Kabelnetzbetreibern in der alten Welt: Sie haben im zweiten Quartal dieses Jahres immerhin fast 200.000 Abonnenten verloren. Vor allem bisherige Nutzer von analogen Netzen wechseln laut IHS im Zuge der Digitalisierung auf anderen TV-Plattformen.

Diese ist neben Satelliten-TV (+100.000 Abonnenten) vor allem das Internet-TV (IPTV). So konnten Anbieter wie Netflix, aber auch Amazon Prime oder hierzulande Maxdome allein im zweiten Quartal fast eine Millionen Abonnenten hinzugewinnen.

Der Netflix-Effekt, er hat auch Europa erreicht. Weitere Zahlen & Fakten in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: IHS

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