Deutsche Händler: 7 von 10 auf Facebook, 54 Prozent mit YouTube-Kanal, ein Drittel bei Twitter

Bis auf Instagram sind die großen sozialen Netzwerke kein Neuland mehr für Einzelhändler in Deutschland. In vielen Bereichen können sie aber noch zulegen.

Erst im Februar hat Locafox – ein Berliner Startup, das aktuell einen lokalen Marktplatz für Produkte des stationären Handels baut – eine Studie mit Zahlen zum Einzelhandel in Deutschland vorgelegt: Demnach haben hierzulande immerhin schon 60 Prozent der betrachteten Händler einen eigenen Webshop.

Nun haben die Berliner in einer neuerlichen Erhebung die Social-Media-Aktivitäten im stationären Einzelhandel näher beleuchtet. Dazu haben sie untersucht, auf welchen sozialen Plattformen und mit welchen Aktivitäten die 77 größten Non-Food-Händer aus der Liste der laut EHI 100 umsatzstärksten Einzelhändler aktiv sind.

Die Ergebnisse sinde ein Stück weit überraschend: Denn für viele Händler ist Social Media bereits Standard. So betreiben immerhin sieben von zehn Betrachteten eine eigene Facebook-Seite zur Kundenbindung (71 Prozent). Sogar mehr als die Hälfte von ihnen betreibt einen eigenen YouTube-Kanal (54 Prozent).

Und immerhin noch ein Drittel ist auf dem Kurznachrichtendienst Twitter aktiv. Nur der Fotodienst Instagram ist mit einer Nutzung von 16 Prozent für den Großteil der Einzelhändler in Deutschland noch Neuland.

Dass Facebook von den deutschen Top-Stationärhändlern am meisten verwendet wird, wundert angesichts von mittlerweile 1,44 Milliarden Nutzern (1Q15) nicht. Pro Tag veröffentlichen die Unternehmen im Schnitt einen Beitrag, was ungefähr der empfohlenen täglichen Aktivität entspricht.

Kritisch sieht es bei der Reaktion auf Postings aus: Facebook-Fans erwarten in der Regel eine Antwort binnen 60 Minuten. Doch nur zwei der untersuchten Unternehmen (2,5 Prozent) kamen diesem Wunsch nach. Durchschnittlich dauert die Beantwortung einer Frage bei einem Facebook-Beitrag länger als einen halben Tag (12,5 Stunden).

Trotz ein Drittel Nutzerschaft verwenden hiesige Einzelhändler Twittter bisher nur sporadisch. Aus diesme Grund fallen Reaktionen auf Tweets der Unternehmen sehr gering aus. Im Schnitt erhalten die Händler lediglich acht Favorisierungen je Tweets von ihren Followern. Auf Kundenanfragen geht gerade einmal jeder Fünfte ein (19 Prozent). Zudem gibt es kaum Unternehmen, die regelmäßig Bilder tweeten. Dabei haben Fotos auf Twitter üblicherweise eine deutlich größere Reichweite.

Welches Potenzial die Einzelhändler durch die stiefmütterliche Behandlung von Twitter brach liegen lassen, zeigt eine andere Erhebung: Laut der kürzlich in Irland veröffentlichten Studie bewerten die dortigen Unternehmen Twitter deutlich höher als Facebook, wenn es um ein effektives Tool für Marketingmaßnahmen geht.

Quelle: Locafox

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