Twitter bleibt Nischen-Player – steht für weniger als ein Prozent der gesamten Zeit im Internet

Der Kurznachrichtendienst tritt – zumindest in den USA – auf der Stelle: Seit rund einem Jahr stagniert der Anteil an der Internet-Zeit bei einem knappen Prozent.

Trotz hoher Sichtbarkeit und großem Hype wie zuletzt im Umfeld der Terrorattacke auf die Satire-Redation von Charly Hebdo in Paris: Der Kurznachrichtendienst Twitter kommt nicht aus seinem Nischendasein heraus.

Das belegen einmal mehr aktuelle Zahlen der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley. Die Analysten haben auf Basis von Studien des Marktforschers Comscore den Anteil verschiedener Websites an der im Internet verbrachten Zeit erhoben. Dabei tritt Twitter seit mehr als einem Jahr mit weniger als einem Prozent auf der Stelle.

Mehr noch: Mit einem Plus im Jahresvergleich von 12 Prozent ist der Kurznachrichtendienst sogar schwächer gewachsen als die gesamten Internet-Minuten, die zwischen Oktober 2013 und November 2014 um 23 Prozent zulegten. Alle Zahlen beziehen sich übrigens auf den US-Markt.

Quelle: Morgan Stanley/Business Insider

Was – zumindest ein wenig – zugunsten des Zwitscher-Dienstes spricht: Die Zahlen beinhalten nur die direkten Zugriffe auf die Twitter.com-Webseite. Da ein nicht unbeträchtlicher Teil der Twitter-Nutzung via App läuft, ist das Bild also unvollständig.

Insgesamt ist der Trend aber eindeutig, wie ein Blick auf das dicke blaue Band zeigt: Dies zeigt nämlich, wie stark die Webseite des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook.com genutzt wird – ebenfalls ohne App.

Unterstützung erhält der Nischenbefund in Sachen Twitter mit einer weiteren Wachablösung, die ebenfalls im Dezember stattfand: So hat erst kürzlich das – übrigens ebenfalls zu Facebook gehörende – Fotonetzwerk Instagram mit 300 Millionen Nutzern Twitter mit seinen zuletzt vermeldeten 284 Millionen Nutzern überflügelt:

Quelle: BI Intelligence

Ich bin gespannt, was sich Twitter in Zukunft einfallen lassen will, um endlich seine bisherige Nische als Medien- und Promi-Verlautbarungs-Netzwerk zu verlassen und in den Mainstream vorzustoßen.

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Alle Kommentare [1]

  1. Twitter muss sicher noch einige Anstrengungen unternehmen, um das Wachstum voranzutreiben. Aber die Headline kann so eigentlich nicht stehen lassen und ist mehr Effekthascherei – denn wie im Beitrag ausgeführt: Es werden nur direkte Zugriffe auf die Website gemessen. Und die meisten ernsthaften Twitterati gehen doch über ein Tool und/oder mobil auf ihren Account. Beim rasanten Wachstum bei Mobile hat diese Aussage also wenig Relevanz.