Fünf Jahre auf Twitter – meine ganz persönliche Erfolgsgeschichte

Vom kryptischen Kurznachrichtendienst zum Nachrichten-Terminal fürs Internet – wie Twitter zu meinem wichtigsten Medium im Tagesgeschäft wurde.

Erst vorgestern hat Twitter nach einer Durststrecke deutlich positive Quartalszahlen vorgelegt – unter anderem mit einer Umsatzverdopplung gegenüber dem Vorjahr und einem Plus von 24 Prozent bei der Zahl der monatlichen Nutzer. Der Zwitscherdienst ist – beflügelt durch die Fußball-WM – zurück in der Erfolgsspur.

Meine persönliche Erfolgsgeschichte mit Twitter begann indes genau heute vor fünf Jahren: Nachdem ich dem vermeintlich kryptischen Kurznachrichtendienst lange Zeit kritisch gegenüber stand, habe ich mich doch angemeldet (die Hintergründe dazu gab’s bereits Anfang 2010 hier im Blog).

Und am 31. Juli 2009 habe ich dann meinen allerersten Tweet in die Welt herausgeblasen. Ok, ich bekenne freimütig – wirklich originell war der nicht, aber immerhin – es ging los.

Heute, fünf Jahre und mehr als 28.000 Tweets später, hat sich Twitter wirklich zu einer absoluten Erfolgsgeschichte für mich persönlich herauskristallisiert. Der Kurznachrichtendienst ist für mich längst das mit Abstand wichtigste Medium im Tagesgeschäft als Journalist.

Seit Jahren habe ich alle Newsletter abbestellt. Und erhalte alle News rund um Wirtschaft, IT, Internet und Startups auf einem separaten Monitor, auf dem ständig der Twitter-Client Tweetdeck läuft – sozusagen mein Nachrichten-Terminal fürs Internet.

Umgekehrt fungiere ich gewissermaßen als Aggregator rund um „meine“ Themen – und twittere über alles, was ich tagsüber für relevant und wichtig aus der ITK- und Internet-Welt halte. Dabei verwende ich sowohl WiWo-Geschichten wie auch viele Stories der Konkurrenz – von WSJ.de über FAZ bis hin zur Computerwoche. Wichtig ist mir dabei vor allem die Qualität der Quelle sowie eine gute Themenmischung.

Der Mix scheint offenbar anzukommen: Fast 9000 Follower konnte ich in den vergangenen fünf Jahre „einsammeln“. Wenn das Wachstum so weitergeht wie bisher, könnte mein Profil irgendwann Anfang 2015 sogar die Schwelle in Richtung fünfstellig überschreiten.

Bereits heute bin ich im redaktionsinternen WiWo-Ranking die klare Nummer zwei – bloß übertroffen von Alt-Chefredakteur Roland Tichy wie auch der Neu-Chefredakteurin Miriam Meckel. Beide sind qua ihres Amts verständlicherweise deutlich prominenter.

Damit man mich nicht falsch versteht: Mir geht’s dabei gar nicht um die nackte Zahl. Sondern darum, mich langsam, aber sicher selber als „journalistische Marke im Internet“ aufzubauen – so wie es viele Medien-Beobachter es ja nun auch schon seit Jahren propagieren.

Jener Trend wird sich in den kommenden Jahren eher noch verstärken. Statt allein irgendwelche Geschichten abzulaichen, wie es eine frühere Kollegin von mir ausdrückte, ist heute Dialog mit Lesern und Kommunikation das Maß aller Dinge – eben genau das, was Twitter ausmacht. Ich werde jedenfalls mit Begeisterung weiterzwitschern.

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Alle Kommentare [3]

  1. Leider hört der Blogbeitrag beim Aufbau der „journalistischen Marke“ auf. Gerade da wird es doch so spannend. Sorgen die Tweets für die messbare Reputation? Gibt es kleine Erfolgsstories (man wird auf einen Tweet angesprochen, angerufen, Termin, Vortrag – Schreibanfrage…eben was richtig Greifbares). Die große Bitte und auch die Chance an die Digitals: Die Vernetzung mit der wirklichen Welt – diese Beschreibung führt zum Erfolgsmodell und zum Durchbruch. Bilder von Poldi & Co. sind da der Mainstream Ansatz. Ich spreche es dewegsen an, da gerade bei Tätigkeiten an Journalistischen Schulen (ich bin da der Recherche-Onkel…für Datenbanken ….) gerade der Einsatz von Twitter beim Nachwuchs als uninteressant empfunden wird. Mal abgesehen vom „Sonar“ den Twitter einfach als großer Lotsenstand bietet (Gut beschrieben im Beitrag!) ist den „Jung-Journalos“ das Aufbauen einer Reputation kaum beizubringen. Ich versuche dann immer den Brückenschlag von „Bloggt zu einem Thema“. Was keine Zeit? Aber 2-3 x 140 Zeichen mit einem Link bekommt Ihr hin? Der Blogbeitrag kommt auf jeden Fall auf die Linkliste für meinen Termin an der KJS im kommenden Jahr. Danke!

  2. @Michael Klems: Danke für die Rückmeldung. Und ja, ich kenne ALLE diese Argumente – weil ich sie früher selber benutzt habe. Keine Zeit, was bringt das usw. Irgendwann bin ich aber durch die Verwerfungen in der Medienbranche von Saulus zum Paulus geworden (hab ich auch so mal im Blog beschrieben) und hab mit Twitter und später mit dem Blog angefangen. Klar, ein Twitter-Konto allein bringt noch keine Reputation. Man kann aber die verschiedenen Aktivitäten durchaus so aufeinander abstimmen, dass sie die Kern-Arbeit – und die ist bei mir immer noch das Schreiben von Heftgeschichten – unterstützt… und dennoch gleichzeitig zum Reputationsaufbau beiträgt. Schwer, das „trocken“ zu vermitteln… man muss halt einfach mal machen und lernen. Sagen Sie Ihren Schülern mit Henry Rollins doch schlicht: „Do it!“ ;-)

  3. Wie wahr…alleine der Einsatz von Twitter als „Merkzettel“ mit Teilungsfunktion und und… beste Grüße nach Düsseldorf aus dem Allgäu