Social Media bei Jugendlichen: Twitter erstmals vor Facebook – aber FB-Messenger gewinnt

Die Zahlen sind widersprüchlich: Bei US-Teens ist der Kurznachrichtendienst erstmals beliebter – doch Facebook bleibt die wichtigste Kommunikations-App.

Und halbjährlich grüßt das Murmeltier: Verlieren Teenager das Interesse an Facebook – oder sind Berichte über einen drohenden Tod des weltgrößten sozialen Netzwerks möglicherweise doch ein wenig voreilig? Derlei Schlagzahlen machen regelmäßig im Frühjahr und im Herbst die Runde.

Als Grundlage dient stets eine Studie über das Konsumverhalten von amerikanischen Teenagern, die die US-Investmentbank Piper Jaffray zweimal im Jahr durchführt. Aktuell hat das Thema freilich zusätzliche Brisanz gewonnen: Denn Facebook hat bei der Vorlage seiner Quartalszahlen Ende Oktober erstmals selber ein schwindendes Interesse junger Nutzer eingeräumt.

Ein ähnliches Bild zeigt die kürzlich veröffentlichte Herbstbefragung von Piper Jaffray: In ihr hatten die US-Jugendlichen erstmals Twitter als wichtigstes soziales Netzwerk benannt (26 Prozent); gleichzeitig ist der Wert derjenigen, die Facebook als ihre Nummer eins betrachten, von 42 auf 23 Prozent eingebrochen (hier das PDF):

Quelle: Piper Jaffray/Statista für WiWo.de

Ein Trend, der sich bereits in der Frühjahrsumfrage von Piper Jaffray angdeutet hat, als der Vorsprung von Facebook auf die Verfolger geschrumpft und Twitter stark angestiegen war, wie ich im April auch hier im Blog berichtet habe.

Ganz so eindeutig, wie jene Befragung untermalt, scheint der Bedeutungsverlust von Facebook bei den Teens dann aber doch nicht zu sein. Denn im gleichen Zeitraum konnte das weltgrößte Netzwerk bei einer anderen wichtigen Kenngröße zulegen.

Laut Zahlen des US-Marktforschungshauses Comscore, die der „WirtschaftsWoche“ exklusiv vorliegen, ist der Facebook Messenger zur mobilen Kommunikation für US-Jugendliche die mit Abstand am meisten genutzte Kommunikations-App:

Quelle: Comscore/Statista für WiWo.de

Mehr noch: Innerhalb eines Jahres ist die Beliebtheit von 22 auf fast 29 Prozent noch deutlich gewachsen – sprich der Abstand zu den Verfolgern Google, Apple oder Skype ist gewachsen.

Die Lösung jenes scheinbaren Widerspruchs: Offenbar hat sich vor allem die Art der Facebook-Nutzung bei Teens verändert – weg von klassischen Status-Meldungen an eine große Zahl von Freunden hin zur Kommunikation in kleineren Interessengruppen. Es bleibt spannend, ob sich dieser Trend durch den Boom von Messengern wie WhatsApp, Line & Co. noch weiter verstärkt.

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