Twitter gewinnt bei Jugendlichen hinzu – aber Facebook weiterhin klare Nummer 1

Teenager nutzen den Kurznachrichtendienst deutlich häufiger als 2011. Das weltgrößte soziale Netzwerk bleibt aber trotz Kritik der wichtigste Anlaufpunkt.

Gibt es, oder gibt es sie es nicht? Die Rede ist von einer immer mal wieder konstatierten „Facebook-Müdigkeit“, die insbesondere Jugendliche zunehmen befallen soll.

So hat beispielsweise der österreichische „Standard“ erst gestern behauptet: „Jugendliche kehren Facebook zunehmend den Rücken“ – und dabei auf einer Studie des amerikanischen Think-Tanks Pew Research Center verwiesen.

Doch genau das belegt die am Dienstag veröffentlichte Erhebung bei US-Jugendlichen mitnichten: Zwar nutzt mittlerweile einer von vier Teenagern den Kurznachrichtendienst Twitter – ein deutlicher Anstieg von 16 Prozent im Jahr 2011.

Quelle: Business Insider/Pew Research

Dennoch konstatieren die Pew-Forscher explizit: „Twitter ist immer noch nicht in derselben Liga wie Facebook, das 77 Prozent aller Online-Teens nutzen.“ Mehr noch: Bei der Frage, bei welchen sozialen Netzwerken sie Profile führen, gaben 94 Prozent Facebook an – ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Einziger Grund, weswegen sich Facebook-Chef Zuckerberg und seine Mitstreiter Gedanken machen müssen: In Einzel-Zitaten verwiesen manche Jugendliche auf Negativfaktoren wie etwa, dass auch ihre Eltern bei Facebook seien und sich dort insgesamt mehr „Drama“ abspiele. Dies könnte mittelfristig in der Tat Abwanderungstendenzen nach sich ziehen.

Bisher ist von denen jedoch noch nichts zu sehen. Bereits Mitte April hatte ich hier im Blog eine Comscore-Studie zitiert, die jenen Effekt ebenfalls nur in Ansätzen feststellen konnte – weil der Vorsprung von Facebook auf Twitter, Instagram & Co. etwas geschmolzen war.



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Alle Kommentare [1]

  1. Vielen Dank für die grafische Übersicht Herr Kroker.
    Ich denke auch, dass Facebook zahlenmäßig auf lange Zeit nicht zu toppen ist, allerdings machen Werbung und bezahlte Vorschläge dazu was uns als Nutzer interessieren sollte Facebook zunehmend kommerzieller und weniger „hipp“. Besonders bei der mobilen Nutzung fällt das unangenehm auf. Dazu kommt der bereits angesprochene Faktor „Eltern“. Tja, das ist die Kehrseite zunehmender Popularität – was Mainstream ist, verliert den Coolness-Faktor für spezielle Zielgruppen. Ich kenne viele, besonders jüngere Nutzer, die sich bereits ein zweites „Inkognito-Profil“ angelegt haben – auch so wachsen Facebook-Userzahlen. Zudem melden die meisten Nutzer auch nicht bei Facebook ab, wenn sie zunehmend alternative Kanäle nutzen. Hier sehe ich neben Twitter besonders die Bild-Communities wie Instagram oder auch Applikationen wie WhatsApp stark im Kommen.
    Viele Grüße
    Wibke Sonderkamp, GlobalCom PR-Network