Jeder dritte Web-Nutzer liest Medien digital – aber nur jeder Sechste würde dafür zahlen

Eine aktuelle Studie zur Zahlungsbereitschaft von Internet-Surfern zeigt, dass Verlage noch einen weiten Weg mit Bezahlinhalten im Web vor sich haben.

Wie Zeitungsverlage die rückläufigen Umsätze ihrer Printobjekte auffangen und durch neue Bezahlmodelle im Internet kompensieren können, ist nicht erst seit den in der vergangenen Woche vorgestellten Plänen von Springer für dessen Boulevard-Flaggschiff „Bild.de“ ein heißdiskutiertes Thema.

Gestern hat die Hamburger Unternehmensberatung Fittkau & Maaß eine interessante Studie zum „Print goes Digital“ und „Paid Content“ veröffentlicht. Demnach konsumiert inzwischen bereits jeder dritte Internet-Nutzer die Inhalte von Zeitungen oder Magazine im Web – die Abwanderung weg von Print hin zu digital ist also bereits immens:

Quelle: Fittkau & Maaß

Doch ist dieser wachsende Teil reiner Digital-Leser auch bereit, für die Nutzung von redaktionellen Inhalten im Internet zu bezahlen? Auf den ersten Blick ja: Denn laut Fittkau & Maaß ist immerhin die Hälfte aller befragten Internet-Nutzer grundsätzlich bereit, für digitale Inhalte zu bezahlen; nur ein Viertel lehnt dies grundsätzlich ab.

Der Haken dabei: Die Zahlungsbereitschaft der Web-Surfer hängt stark von der Art der Inhalte ab. Vorn stehen dabei vor allem multimediale Inhalte wie Herunterladen oder Streamen von Musik oder Videos. Für klassische redaktionelle Inhalte wie Nachrichten oder Artikel würde dagegen bisher nur jeder sechste Internet-Nutzer bezahlen:

Quelle: Fittkau & Maaß

Am ehesten für digitale Medien bezahlen würden laut Fittkau & Maaß männliche Nutzer – mit 22 Prozent ist bei ihnen die Zahlungsbereitschaft mehr als doppelt so groß wie bei Frauen (10 Prozent). Bei Internet-Nutzern in der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren würde immerhin bereits jeder Vierte für Online-Medien bezahlen.

So oder so: Bis Apps, Bezahlschranken oder sonstiger Paid Content die Printeinbußen auch nur halbwegs wettmachen können, müssen die Verlage noch einen weiten Weg beschreiten.

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