Jugendliche zeigen, wo die Reise beim Medienkonsum hingeht: in Richtung Internet

Während der Durchschnitts-Deutsche noch deutlich mehr Fernsehen glotzt als im Web surft, hat bei Jugendlichen die Wachablösung der traditionellen Medien durch das Internet bereits stattgefunden.

Dass sich der Medienkonsum in Deutschland wandelt, ist nicht wirklich neu. Die Dynamik der Veränderung in Richtung Internet ist jedoch weiterhin beachtlich – vor allem bei Jugendlichen. Das haben die Analysten von Deutsche Bank Research in der vergangenen Woche in einer Kurzanalyse der Online-Studie von ARD und ZDF festgestellt.

Demnach konsumiert der durchschnittliche Deutsche täglich mehr als 500 Minuten Fernsehen, Radio und Internet – also mehr als 8,5 Stunden, und das oft auch parallel. An der Spitze steht weiterhin das Fernsehen; seine Nutzung ist seit dem Jahr 2000 im Schnitt um ein Prozent pro Jahr gewachsen. Dagegen hat das Radio im gleichen Zeitraum leicht abgenommen.

Quelle: Deutsche Bank Research

Geradezu explodiert ist das Internet mit einer jährlichen Wachstumsrate von 15 Prozent, auch wenn die Nutzungsdauer mit rund 80 Minuten pro Tag immer noch deutlich hinter TV mit gut 230 Minuten hinterhinkt. „Das gilt allerdings nur für den Durchschnittsbürger und gibt demnach auch nur einen kleinen Eindruck vom Wandel, der sich in der Medienbranche tatsächlich vollzieht“, so DBR-Analyst Stefan Heng.

Viel deutlicher wird jener Wandel seiner Meinung nach beim Blick auf die Mediennutzung von Jugendlichen: Bei 14- bis 16-Jährigen sei das Internet mit 125 Minuten pro Tag im Vergleich zu 114 Fernseh-Minuten bereits heute die allererste Wahl vor allen anderen Medientypen. Heng: „Das zeigt, wo die Reise hingeht.“ Die Medienanbieter stünden daher auch weiter in der Pflicht, ihre lange bewährten Geschäftsmodelle fortzuentwickeln, schreibt Heng in seiner Kurzanalyse.

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Alle Kommentare [1]

  1. Ist irgendwie logisch…
    Die 14 bis 16 jährigen bekommen genau wie wir Alten ja auch nur Wiederholungen vorgesetzt.
    Leute wie ich haben allerdings den Vorteil des „Krimi“-Alzheimer. Ich kann 5x den gleichen Barnaby sehen und vergesse immer wieder, wer der Mörder ist.
    Außerdem sind in den letzten paar Jahren die Möglichkeiten für zeirtraubende Browserspielen auch für Mädchen immens gewachsen