Blackberry-Hersteller RIM überrascht – trotz Umsatzeinbruch und Verlust

Der kanadische Smartphone-Pionier hat unerwartet seine Barreserven gesteigert. Reicht dies bis zur Einführung von neuen Geräten mit Blackberry 10 im kommenden Jahr?

Im anhaltenden Fingerhakeln der Smartphone-Riesen Apple und Samsung sind die jüngsten Finanzzahlen von Research in Motion (RIM) ein Stück weit untergegangen. Denn der Blackberry-Hersteller hat sich in seinem jüngsten, Ende August abgelaufenen Geschäftsquartal besser geschlagen als von vielen erwartet.

Zwar sank der Quartalsumsatz gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar – gegenüber dem direkten Vorquartal bedeutet dies aber immerhin ein Plus von zwei Prozent. Unter dem Strich schrieb der angeschlagene Smartphone-Pionier einen Verlust von 235 Millionen Dollar (27 Cents je Aktie); Analysten hatten mit 400 Millionen Miesen (46 Cents je Aktie) fast doppelt so viel erwartet.

Trotz der Verluste gelang es dem Management um den deutschen Vorstandschef Thorsten Heins, den Kapitalbestand in den drei Monaten zwischen Juni und August um 100 Millionen auf 2,3 Milliarden Dollar zu steigern. Bereits am Dienstag hatte das Unternehmen zudem bekannt gegeben, die Zahl der Abonnenten ihres Blackberry-Dienstes weltweit um zwei auf nunmehr 80 Millionen Nutzer gesteigert zu haben. Nachbörslich stieg die RIM-Aktie um 25 Prozent; einen Tag später sogar um fast 40 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von Montag.

Dickeres Finanzpolster

Bedeutet dies bereits die Rettung für RIM? Hat der Blackberry Hersteller nun bereits das notwendige „dickere Finanzpolster für neue Modelle“, wie die Nachrichtenagentur Reuters eine Meldung am Freitag betitelt hat? Diesbezüglich scheinen sich die Analysten noch lange nicht sicher zu sein. Denn Smartphones mit dem von Vorstandschef Heins stets als Hoffnungsträger bezeichneten neuen Betriebssystem Blackberry 10 kommen frühestens in fünf Monaten auf den Markt. „Wir glauben, dass es für sie zu spät ist“, sagt Shawn Wu des US-Finanzbrokers Sterne Agee.

Immerhin, die ersten Kritiken von Fachmedien sind durchaus positiv: Blackberry 10 sehe durchaus gut aus, schreibt Jürgen Vielmeier vom deutschen IT-Blog „Basic Thinking“, schränkt aber ebenfalls ein, dass es eben nicht vor 2013 auf den Markt komme. Ein finales Urteil wird man realistischer- und fairerweise wohl erst im kommenden Jahr fällen können.

Bis dahin hier die wichtigsten Finanzzahlen von Research in Motion in einer Infografik, aufbereitet von dem deutschen Datenportal Statista:

Quelle: Statista

Verwandte Artikel:

Blackberry-Chef Heins: “Jetzt die Pferde zu wechseln ergäbe keinen Sinn”

Blackberry-Hersteller RIM: Eine tickende Zeitbombe – die jetzt explodiert ist

Fünf Jahre Apple iPhone: 250 Millionen Geräte, 150 Milliarden Dollar Umsatz

Wie kann Blackberry die Kehrtwende gelingen?

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*