Weiteres Ungemach für HP: Rivale Lenovo auf den Fersen des PC-Weltmarktführers

Der IT-Gigant Hewlett-Packard muss nicht nur neue Massenentlassungen verkraften. Dem PC-Weltmarktführer rückt überdies der chinesische Herausforderer Lenovo immer mehr auf die Pelle.

Nicht genug damit, dass der amerikanische Computergigant Hewlett-Packard (HP) in der vergangenen Woche einen Umsatzrückgang um drei Prozent und ein Minus beim Nettogewinn von stolzen 31 Prozent verkünden musste. Die Zahlen schienen Konzernchef Meg Whitman offenbar derart bedrohlich, dass sie gleich ein Massenentlassungsprogramm verkündet hat, das den Abbau von 27.000 Jobs bis 2014 vorsieht – rund acht Prozent der Belegschaft.

Parallel dazu veröffentlichte Geschäftszahlen werfen zudem ein Schlaglicht darauf, wie sich HP im weltweiten PC-Geschäft schlägt, immerhin eines der Kerngeschäfte der Kalifornier. Der ebenfalls amerikanische Rivale Dell hat in der vergangenen Woche einen Umsatzschwund von vier Prozent verkündet. Gleichzeitig hat sich der chinesische PC-Hersteller Lenovo unerwartet gut geschlagen: Im Ende März abgelaufenen Quartal haben die Asiaten ihren Umsatz um 54 Prozent gesteigert und war damit laut eigenen Angaben im zehnten Quartal in Folge der am schnellsten wachsende Anbieter der globalen Top-4 HP, Lenovo, Dell und Acer.

Quelle: Statista

Dies freilich bedeutet: Lenovo verfügt aktuell über das Momentum, dem PC-Platzhirschen HP zumindest mittelfristig die Marktführerschaft streitig zu machen. Schon im ersten Quartal 2012 konnten die Chinesen laut der jüngsten Gartner-Studie ihren Marktanteil gegenüber dem Vorjahr von 10,1 auf 13,2 Prozent steigern. HP rangiert mit 17,2 Prozent noch relativ weit davor, konnte zuletzt aber gerade mal um 3,5 Prozent zulegen. Bei alledem sind die jüngsten Entwicklungen noch nicht miteinbezogen.

Wenn HP-Chefin Whitman nicht noch mit einem drastischen Manöver das Steuer herumreißt – und danach sieht es aktuell beileibe nicht aus – ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich zum ersten Mal ein chinesisches Unternehmen den trotz allen Wandels im PC-Markt immer noch prestigeträchtigen Titel des weltgrößten Computerherstellers schnappt.

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