Ransomware: 8 von 10 Firmen würden Lösegeld bezahlen; fast zwei Drittel halten Bitcoins vor

Im Durchschnitt horten die Unternehmen in Deutschland einen digitalen Lösegeldvorrat von 24 Bitcoins, was etwa 88.000 Euro entspricht.

Heute gibt’s die zweite Auswertung einer Studie, die der amerikanische Softwareanbieter Citrix unter 500 IT-Entscheidern in Unternehmen ab 250 Mitarbeitern hat durchführen lassen (den ersten Teil über die Datenschutz-Grundverordnung gibt’s hier). Auch diese Ergebnisse präsentiert „Kroker’s Look @ IT“ vorab exklusiv.

Der zweite Teil der Citrix-Befragung drehte sich um das Thema Ransomware, also Erpresser-Software: Demnach sind mit acht von zehn Befragten ein Großteil der deutschen Unternehmen bereit, für die Wiederherstellung geistigen Eigentums oder kritischer Daten zu bezahlen, falls diese gestohlen und verschlüsselt würden (82 Prozent). Lediglich etwas weniger als ein Fünftel würde nicht bezahlen (17,6 Prozent).

Damit nicht genug: Fast zwei Drittel der Befragten halten für den Fall der Fälle einen digitalen Lösegeldvorrat zwischen elf und 50 Bitcoins vor (62 Prozent). Zum Zeitpunkt der Umfrage hatte eine Bitcoin einen Gegenwert von etwa 3.690 Euro (Stand Ende August 2017). Im Durchschnitt verfügen Unternehmen über einen Vorrat von 24 Bitcoins, was etwa 88.000 Euro entspricht.

Dennoch rechnen viele Unternehmen nicht damit, dass sie Ziel eines Hackerangriffs werden könnten. Vielmehr schätzen sie ihre Infrastrukturen und IT-Sicherheit als stark ein. Fast neun von zehn Befragten sind beispielsweise überzeugt, dass sie die Kontrolle über gespeicherte personenbezogene Daten haben und diese im Bedarfsfall sofort löschen können (86 Prozent).

Weitere Zahlen & Fakten zu der Befragung in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Citrix

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Alle Kommentare [2]

  1. Ist es wirklich notwendig solche Studien zu veröffentlichen? Werden nicht dadurch die Kriminellen ermutigt weitere intelligente Attacken zu fahren, wenn Sie schon wissen dass Firmen Lösegeld bereithalten um es ihnen möglichst schnell und unproblematisch zukommen lassen zu können? Ich finde diese Entwicklung sehr bedenklich.

  2. Hallo Herr Keppel, da ist zwar was dran, aber wichtiger ist meines Erachtens, dass Unternehmen überhaupt über das Thema sensibilisiert werden. Sonst dürfte man ja auch über andere Verbrechen nicht berichten, weil da immer die Gefahr der Nachahme besteht.